Erste Ausfahrt mit den Neuzugängen von BMW

Motor / 14.04.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neu aufgelegt hat BMW den Z4: Generation zwei des Textildach-Roadsters, ausschließlich mit Heckantrieb.WERK

Zweite Generation Z4 Roadster, SUV-Flaggschiff X7.

Unterschiedlicher könnten die beiden jüngsten Münchner nicht sein: die zweite Generation des zweisitzigen Roadsters Z4 und das neue 7-sitzige SUV-Flaggschiff X7. Sie kommen nicht nur in bezug auf die Bauarten aus verschiedenen Welten, ebenso was den Geburtsort betrifft: Der ebenerdige Flachmann ist ein Österreicher, wird bei Magna Steyr in Graz gebaut. Der hochstöckige Verwandte des X5 und des X6 ist ein Ami, wird in Spartanburg, North Carolina, montiert. Die Herzen, die Motoren, sind im Z4 komplett steyrisch (Motorenwerk Steyr, Oberösterreich), im X7 bezüglich der Selbstzünder.

Flüsterer bei geschlossenem Dach

Beide absolvierten ihren ersten Auslauf auf heimischem Boden zu Frühlingsbeginn: der Z4 von hier nach Salzburg, bei passendem Wetter ein gutes Stück mit offenem Verdeck. Das gestaltet sich, bei hochgefahrenen Seitenscheiben, auch für Großgewachsene weitgehend zugluftfrei, die ausgeklügelte Aerodynamik sorgt dafür. In Bezug auf die Fahrdynamik wirkt der Zweisitzer mit der Basis-Motorisierung – 2,0-l-Benziner mit 197 PS (20i), gekoppelt an eine Achtstufen-Automatik – zwar agil und kurvenlustig, antriebsseitig aber etwas verhalten. Nicht nur das Gewicht – knapp 1500 kg – auch die durch WLTP und RDE gedämpft wirkende Leistungsentfaltung dürften dazu beitragen. Dem Genuss der Kopffreiheit ist das aber kaum abträglich. Bei geschlossenem Dach reduziert sich das Fahrgeräuschniveau nahezu auf das eines verlöteten Fahrzeugs. Eingebettet ist man ohnehin, in ein dichtes Netz an Sicherheitsassistenten, wobei der aktive Spurhaltehelfer fast aggressiv heftig eingreift, wenn die Elektronik meint, man könnte auf Abwege geraten. Man kann das aber (noch) abschalten.

Derzeit der größte aller SUV in der Oberklasse: der X7, verwandt mit X5 und X6.
Derzeit der größte aller SUV in der Oberklasse: der X7, verwandt mit X5 und X6.

Mindestens ebenso gut behütet, um nicht zu sagen überwacht, ist man im X7. Der bayerische Ober-SUV, dessen Längenmaß von 5,151 Metern derzeit alles in dieser Größenklasse überragt (ausgenommen: Rolls Royce Cullinan), ist nicht nur figürlich imposant. Auf 3,105 Metern Radstand bringt er ab knapp 2,4 Tonnen mit. Die ergeben sich aus der Fülle. Die besteht nicht allein in den sieben (serienmäßigen) Sitzen, ebenso in der überkompletten Ausstattung an Komfort- und Bequemlichkeits- sowie Sicherheitsfeatures samt permanentem Allradantrieb. So haben auch die Passagiere in der dritten Reihe ihr eigenes Klima. Am Steuer nimmt sich das SUV-Flaggschiff nicht riesiger aus als der kleinere Bruder X5, auf dessen Technikbasis es steht, die schiere Größe kommt erst auf engen Sträßchen zum Tragen. Zudem ist der Hochformat-Siebener auf kommodes Weitreisen angelegt, wie eine Tour rund um Fuschl- und Wolfgangsee, Salzburg, belegt hat. Der Dreiliter-Benziner mit 340 PS erweies sich als unaufgeregt-souveräner Antriebsbegleiter, im Verein mit der achtgängigen Automatik sind die Schaltvorgänge so seidig und sanft, fast amerikanisch, wie das Federungs- und Dämpfungssetting selbst im sportlichen Fahrmodus. BKH

Fakten und Daten

BMW Z4 Benziner: 2,0-l-R4 mit 197 und 258 PS, 3,0-l-R6 mit 340 PS/man. 6-Gang-Getriebe, 8-Automatik/Heckantrieb, ab 43.300 Euro

BMW X7 Benziner: 3,0-l-R6 mit 340 PS, Diesel: 3,0-l-R6 mit 265 und 400 PS PS/8-Stufen-Wandlerautomatik/Allradantrieb; ab 97.550 Euro

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