Wie gut die Aufwertung der V-Klasse getan hat

27.04.2019 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neu in der upgedateten Mercedes V-Klasse sind Zwei-l-Diesel mit 163 bis 239 PS und Neungang-Automatik.werk

Erste Fahreindrücke: Die Stuttgarter haben die V-Klasse umfassend aktualisiert. Das gilt auch für die Marco-Polo-Versionen.

Stuttgart Festgelegt haben sich die Stuttgarter auf den Namen „V-Klasse“ für die dritte Generation der Pkw-Version des Kleintransporters in Mittelklasse-Dimensionen, des Vito, hatte Mercedes das „Viano“ wieder ad acta gelegt. So oder so verkaufte sich der multifunktionale Benz, der gerne auch als Shuttle-Fahrzeug verwendet wird, seit dem Modellwechsel von 2014 fast 210.000 Mal auf mehreren Kontinenten, denn gemäß der globalen Ausrichtung schickt man die in erster Generation front-, in den bisher weiteren beiden Entwicklungsstufen heckgetriebene Großraumlimousine mittlerweile auch in den Nahen und den Fernen Osten: Japan, China, seit Jänner auch Indien. Mit einbezogen ist dabei die mit dem beziehungsvollen Namen Marco Polo bezeichnete Reisemobilversion.

Für alle Varianten – kompakt, lang, extralang, Personen- und Reisetransporter – setzte es nun eine Aktualisierung. Diese betrifft die optische Präsenz: Retuschiert wurde das Design, mit akzentuierteren Schmuckdetails rund um den prominent an der Front platzierten Stern. Das Interieur ist in der Instrumentierung konventionell geblieben, die V-Klasse kommt noch ohne Digitalcockpit aus. Dafür addierten die Designer Lüftungsdüsen in Turbinenoptik. Die Sitze sind mit neuen Stoffen oder frischen Ledervariationen bezogen. Optional können ebenso luxuriöse wie multifunktionale Möbel im Stil der Flugzeug-Businessklasse samt Liege-, Klimatisierungs- und Massagefunktion in den Fond gestellt werden. Bleibt man bei Standardstühlen, können es in allen Karosserielängenvarianten bis zu acht sein.

Im Zentrum der Überarbeitung standen die Antriebe. Ohnehin wird die V-Klasse in der momentanen Evolutionsstufe nur noch von Vierzylinderaggregaten befeuert, und zwar Dieseln. Elektrifizierung ist der nächste Schritt. Ausgedient hat der bisherige 2,2-Liter. Neu eingezogen ist dafür jener Zweiliter, der unter anderem in der E-Klasse für kraftvollen und wirtschaftlichen Vortrieb sorgt. Im Vito ist er in den Leistungsvarianten 163, 190 und 239 PS zu haben. Durchwegs ist der Selbstzünder jetzt mit einer neunstufigen Achtgangwandlerautomatik kombiniert. Allradantrieb ist entweder Option oder Serie, und zwar in allen Pferdestärkenabstufungen.

Eine erste Kostprobe absolvierte der Stuttgarter mit der stärksten Motorisierungsversion. Die hält fast mehr, als sie verspricht, wirkt mühelos, selbst im Verein mit der längsten Karosserievariante. Das Triebwerk entwickelt seine Power seidig, die Schaltvorgänge gehen fast unmerklich vonstatten. Hatte sich die V-Klasse bereits in ihrer ersten Generation im Fahrbetrieb kaum wie ein Lastwagen angefühlt, so ist der Großraum-Benz in seiner aktuellen Ausformung noch näher am Pkw. Der steil stehende Karosserieaufbau begünstigt die gute Übersicht. Der Einschätzung auf engen Kurvenstraßen und in schmalen Dorfgassen sowie beim Rangieren auf knapp bemessenem Terrrain kommt die umfangreiche Elektronikausrüstung entgegen. Da hat Mercedes umfassend nachgelegt: Neu sind aktiver Bremsassistent mit Hindernis- und Fußgängererkennung sowie Fernlichtautomatik. Das gilt sowohl für die Alltagsversionen als auch für die Marco-Polo-Ausführungen. BKH

Mercedes-Benz V-Klasse

Motor/Antrieb 2,0-l-R4-Diesel mit 163 (220d), 190 (250d) oder 239 PS (300d)/9-Stufen-Wandlerautomatik/Heck-, Allradantrieb

Abmessungen/Gewicht 4895 (kompakt), 5140 (lang), 5370 (extralang)/1928/1880 mm L/B/H/3200 (kompakt, lang)/3430 (extralang) mm Radstand/bis zu acht Sitze/ab 2200 kg.

Marktstart/Preis Juni/ab 55.992,30 Euro.