Temperament für den Alltag

03.05.2019 • 07:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Cupra hat mit dem Ateca sein erstes Performance-SUV lanciert. Sieht schick aus und fährt sich exzellent.VN/Stiplovsek
Cupra hat mit dem Ateca sein erstes Performance-SUV lanciert. Sieht schick aus und fährt sich exzellent.VN/Stiplovsek

Der Cupra Ateca kann sportlich und praktisch gleichermaßen.

cupra Der Seat Ateca hat seit ein paar Monaten einen sportlichen Ableger, der den Beginn einer neuen Ära markiert: Mit Cupra haben die Spanier eine neue Automarke lanciert. Grundlage des ersten Modells ist ein Bestseller des Hauses, das seit 2016 am Markt ist. Die Hülle ist praktisch ident, Verwechslungsgefahr inklusive. Was den Cupra Ateca von seinem zivilen Zwillingsbruder unterscheidet, wird erst auf den zweiten Blick sichtbar. Ein kupferfarbenes eigenständiges Markenlogo im schwarzen Wabengrill und Cupra-Schriftzüge sowie ein paar sportliche Details am Heck, die ihre Wirkung allerdings nicht verfehlen. Schaut schon im Stand recht flott aus, der rassige Iberer. Die wesentliche Differenzierung findet mit seiner Performance-Positionierung statt. Bisher waren Sportmodelle im Kompakt-SUV-Segment den Premiumanbietern vorbehalten. Cupra zeigt, dass Temperament keine Frage von Luxus ist und öffnet eine neue Nische. Ein 300-PS-SUV zu „leistbaren“ Preisen suchte man bisher vergebens.

Womit wir schon beim Herzstück des Neuzugangs wären, das sich unter der schick gezeichneten Haube befindet. Die Cupra-Verantwortlichen durften sich in den Regalen des VW-Konzerns mit dem Besten bedienen, das dort in der 2-Liter-Hubraum-Liga zu finden war. Der 300-PS-Benziner mit 400 Nm Drehmoment ist an ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Die Gangwechsel erfolgen blitzschnell. Damit die Kraft auch auf die Straße kommt, werden alle vier Räder angetrieben. So sprintet der flinke Spanier in nur 5,2 Sekunden auf Tempo 100. Seine Lust nach Vortrieb endet erst bei 247 km/h. Möglich sind solche Werte nur, weil der Ateca ein Leichtgewicht ist. Die lediglich 1540 Kilogramm sind nicht nur beim Beschleunigen ein Vorteil, sondern auch in Kurven und beim Bremsen. Trotz des im Vergleich zu anderen Fahrzeugtypen etwas höheren Schwerpunkts fährt sich das Kompakt-SUV höchst agil. Die Wankbewegungen sind spürbar, aber nicht störend. Ausgezeichnet ist auch die präzise Lenkung. Und wer noch rund 3000 Euro in eine Brembo-Bremsanlage investiert, der ist auch für die Rennstrecke gerüstet. Oder lieber gemütlich die Kinder in die Schule bringen, einen Großeinkauf fürs Wochenende erledigen? Der Cupra Ateca kann auch anders. Ganz den alltäglichen Bedürfnissen entsprechend, bietet er alle Vorteile eines kompakten SUV, einen ordentlichen Kofferraum eingeschlossen. Das Raumgefühl ist gut, Einschränkungen in der Praxistauglichkeit gibt es trotz der sportlichen Ambitionen nicht. Und selbst der Verbrauch bleibt mit 7,4 Litern (8,8 Liter im Test) noch im Rahmen.

Die größte Stärke der neuen Marke ist, dass sie sich kaum Schwächen leistet. Möglich ist das freilich nur, weil man auf die Erfahrung des Volkswagen-Konzerns in Entwicklung und Produktion zurückgreifen kann. Der Rest ist Emotion und Marketing. Und auch da haben die Cupra-Verantwortlichen nichts falsch gemacht.

Neue Marke, bekanntes Modell. Der Cupra Ateca hebt sich vom Schwesternmodell dennoch deutlich ab.

Cupra-Schriftzüge und vier Endrohre machen die Performance sichtbar.
Cupra-Schriftzüge und vier Endrohre machen die Performance sichtbar.
Geräumiger Innenraum mit sportlichem Ambiente.
Geräumiger Innenraum mit sportlichem Ambiente.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 2-Liter Benziner mit 300 PS, 400 Nm, 4×4-Anttrieb und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 5,2 Sek; Spitze 247 km/h, Verbrauch 7,4 l (Test: 8,8 l)

Preis ab 47.290 Euro; Testwagen: 47.324 Euro