Solides Vielzweckmobil mit echtem Mitnahme-Effekt

04.05.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aufforderung zur Schiebung: der Peugeot Rifter bietet jede Menge Platz. VN/Steurer

Der Peugeot Hochdachkombi Rifter hat so richtig was auf dem Kasten.

Hans Günter Pellert

Peugeot Wenn das mobile Leben einfach mehr Platz braucht, sollte so ein Wagen dafür schon ordentlich was auf dem Kasten haben. Reichlich Raum zur Entfaltung sowie hohe Flexibilität und Variabilität sind es, was der unternehmungslustige Familienpraktiker sucht. In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit fährt da schnell einmal ein Multi-Purpose-Vehikel. Ein Vielzweckmobil, das den Mix aus robustem Hochdachkombi und gefälligem Familien-Van darstellt.

Wer schon von Haus aus so etwas wie eine volle Hütte kennt, der liegt mit einem Peugeot Rifter als solidem Alltagsbegleiter im Straßenverkehr sicher nicht schlecht. Gerade in der Konfektionsgröße XL mit einer Außenlänge von 4,75 Meter zelebriert der frisch durchgestylte Franzose, der seinen spröden Charme indes nicht ganz ablegen kann, die volle Hingabe ans Raumgefühl. Da finden bei einer Drei-Reihen-Bestuhlung dann auch insgesamt sieben Passagiere lässig Platz an Bord vor.

Auffälligkeit im Zeichen des Löwen: Der Rifter ist weniger fürs Gefühl gemacht, sondern will lieber Nutzen stiften. VN/Steurer

So wird der Rifter L2 tatsächlich zum Kinder-Wagen für die Großfamilie. Gut vorstellbar ist allerdings auch, die vorsteuerabzugsberechtigte Löwen-Lade-Langversion als Rufbus für einen spontan-geselligen Vereinsausflug zu verwenden. Infolge der insgesamt knapp sechs Quadratmeter Glasfläche mit Weitwinkel-Frontscheibe und Panoramadach hat man irgendwie das Gefühl, in einem rollenden Wintergarten zu sitzen. Eine prima Aussicht ist also garantiert.

Hinter der großen Heckklappe ergibt sich ein enorm großer Stauraum. VN/Steurer

Hohes Dach, große Klappe mit separat öffnender Heckscheibe, Schiebetüren: Diese Beigaben machen den Rifter zum wahren Transportmeister. Mit 1050 bis maximal 4000 Liter Fassungsvermögen – von den hinteren Sitzreihen freigemacht – gerät das Gepäckabteil gleichsam zum Lagerraum. In die Höhle des Löwen passen Kinderwagen, Mountainbikes, Profilleisten, Lattenrost, Bettgestell und Kübelpflanzen locker hinein.  Drunter und drüber im besten Sinne geht es im Vielzweckmobil hinsichtlich der vielen praktischen Ablagefächer, die finden sich – so um die zwei Dutzend sind es – bis unters Dach.

Die übersichtliche Kommandozentrale mit dem Minivolant. VN/Steurer

Die Instrumente im sachlich-nüchternen Cockpit folgen einer logischen Anordnung, allein das vergleichsweise kleine Lenkrad ist gewöhnungsbedürftig. Unterhaltsam ist es in jedem Fall, mit dem Rifter unterwegs zu sein, dafür sorgt ein gut strukturiertes Infotainmentsystem, das alle Stücklein spielt. Froh ist man außerdem über so manche der zahlreichen elektronischen Helferlein an Bord, wie etwa Rückfahrkamera und Einparkhilfe, denn der Raumriese ist bei der Übersichtlichkeit eine echte Herausforderung.

In Bewegung gebracht, gab sich der Rifter L 2 im VN-Test als genügsamer Geselle ohne die Neigung zu übertriebener Dynamik. Mit dem 1,5-l-Turbodiesel mit 130 PS unter der Haube schwingt sich der 1,7-Tonner zu wackeren Fahrleistungen auf. Dazu passt der ausgewogene Federungskomfort. In schnellen Wechselkurven neigt der Hochdachkombi allerdings dazu, einen zu verschaukeln. Ansonsten bleibt der wuchtige Löwentyp aber schön auf dem Boden der Tatsachen. Schließlich sorgt beim Fronttriebler das fünf Fahrmodi umfassende Traktionssystem Grip Control dafür, dass er überaus trittsicher unterwegs ist.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 1,5-l-Vierzylinder-Turbodiesel, 130 PS, 300 Nm/1750 U/min, Frontantrieb, 6-G-Schaltung

Fahrleistung/Verbrauch 0 – 100 km/h: 10,6 Sek., Spitze: 183 km/h, Norm: 4,5 l (120 g CO2/km), Test: 5,7 l

Preis Grundpreis (Active): 27.300 Euro, Testauto (GT-Line): 31.100 Euro