Doppelte Elektro-Weltpremiere bei Opel

10.06.2019 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Den Elektro-Corsa gibt es für rund 30.000 Euro.

Opel Corsa-e und Grandland X Hybrid4 enthüllt.

Rüsselsheim Ein ehrgeiziger Plan, ein markiger Spruch: Opel-Chef Michael Lohscheller verkündet bei der offiziellen Weltpremiere des rein batterie-elektrisch angetriebenen Corsa-e in Rüsselsheim nicht weniger, als die Elektromobilität von ihrem Nischendasein in Deutschland befreien zu wollen. „Wir haben ein Volkselektroauto versprochen – hier ist es!“ Und um zu untermauern, dass die Marke mit dem Blitz in puncto Elektrifizierung den hauseigenen Strategieplan PACE konsequent umsetzt, wird mit dem Grandland X Hybrid4 als erstem Plug-in-Hybrid der Marke Opel unter dem Dach des französischen PSA-Konzerns gleich eine elektrische Doppelpremiere gefeiert. Beide Fahrzeuge sind ab sofort bestellbar, werden aber erst Anfang 2020 zu den ersten Kunden rollen.

Mit dem Corsa-e verspricht Opel, die Elektromobilität hierzulande in die Masse zu bringen. Der erfolgreiche Kleinwagen, der zum Jahresende in der nunmehr sechsten Generation zunächst als Verbrenner (drei Dreizylinder-Tubrobenziner mit 75, 100 und 130 PS sowie ein 100-PS-Diesel) neu an den Start geht, hat sich längst zum Markenbesteller gemausert und eignet sich durchaus zum „Volkselektroauto“. Der Stromer verfügt über eine Leistung von 100 kW/136 PS und 260 Nm Drehmoment. Seine 50-kWh-Batterie ermöglicht eine alltagstaugliche Reichweite bis zu 330 Kilometer (nach WLTP). Von der Haushaltssteckdose bis zum High-Speed-Lader ist er auf alle Ladeoptionen vorbereitet. Per 100-kW-Schnelllader beispielsweise lässt sich das leere Akkupack binnen 30 Minuten wieder zu 80 Prozent aufladen.

Der Opel Corsa-e kann jetzt um rund 30.000 Euro bestellt oder reserviert werden. In der niedrigsten Selection-Ausstattung ist eine Klimaautomatik mit Fernsteuerung, die elektrische Parkbremse, das schlüssellose Startsystem sowie das mit Apple CarPlay und Android Auto kompatible Multimedia-Radio mit 7-Zoll-Farb-Touchscreen serienmäßig an Bord. Außerdem gibt es Systeme wie den Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung, Fußgänger- und Verkehrszeichenerkennung sowie den Spurhalte-Assistenten ohne Aufpreis.

Hybridantrieb

Ein ganz anderes Kaliber ist der Grandland X Hybrid4, gleichwohl ein wichtiger Baustein des PACE-Plans. Der erste Plug-in-Hybrid der Marke Opel kombiniert einen 1,6-Liter-Tubrobenziner (147 kW/200 PS) mit zwei Elektromotoren (je 80 kW/109 PS), die es zusammen auf eine Systemleistung von stattlichen 300 PS bringen. Der Front-Elektromotor überträgt seine Kraft über eine elektrifizierte Achtstufen-Automatik auf die Vorderräder. Das zweite E-Werk und das Differential sind in die Hinterachse integriert, was den Grandland X Hybrid4 zugleich zum Allradler macht.

Der Opel Grandland X erhält einen Hybrid

Der Hybrid4 ist damit die neue Speerspitze des Rüsselsheimer SUV-Portfolios aus Grandland, Crossland und Mokka. Bis zu 52 Kilometer (nach WLTP) fährt das größte Opel-SUV rein elektrisch. Die 13,2 kWh-Batterie ist in 1:50 Stunden an einer 7,4-kW-Wallbox wieder voll aufgeladen. Der wenig aussagekräftige Normverbrauch nach WLTP beträgt 1,6 l/100 km Super, die CO2-Emission 37 g/km. Als umfangreich ausgestattete Business Edition kann der Hybrid4 ab sofort für 49.940 Euro bestellt werden. Die Auslieferung erfolgt dann Anfang 2020. Hier bietet Opel Leasingraten ab 399 Euro monatlich an.

„Nach 120 Jahren Automobilbau, dem Jubiläum, das wir in diesem Jahr feiern, beginnt für Opel nun ein neues Zeitalter“, betont Michael Lohscheller. „Opel goes Electric.“  Was ja eher untertrieben ist, weil die Marke mit dem Blitz schon 2011 mit dem Ampera, ein E-Auto mit Range Extender, und zuletzt mit dem Reichweiten-Champion Ampera-e markante Akzente setze. Aufgrund dieser Erfahrung sei Rüsselsheim auch für den PSA-Konzern das Kompetenzzentrum in Sachen E-Mobilität.

„Und wir profitieren hier von den Multi-Energy-Plattformen der Franzosen“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten setzen die Hessen nämlich nicht auf getrennte Verbrenner- und Elektro-Baureihen, sondern bieten ihre Modelle wahlweise mit beiden Antrieben an. „Bis 2024 werden wir in ausnahmslos allen Baureihen eine elektrifizierte Variante anbieten“, verspricht Lohscheller weiterhin Wort zu halten. Neben dem Corsa-e sollen bereits im nächsten Jahr mit dem Vivaro und der Neuauflage des Mokka X zwei weitere vollelektrische Antriebe hinzukommen. Und auch zur Brennstoffzellen-Technik kündigt der Opel-Chef Neuigkeiten an. SP-X

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