Ein schicker Dauerläufer

Motor / 27.09.2019 • 10:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dass der T-Roc gut aussieht, steht außer Frage. Auch die Fahreigenschaften auf der Langstrecke sind überzeugend.VN/Stiplovsek
Dass der T-Roc gut aussieht, steht außer Frage. Auch die Fahreigenschaften auf der Langstrecke sind überzeugend.VN/Stiplovsek

Mit dem T-Roc unterwegs auf der Langstrecke: souveräner Dauerläufer mit attraktiver Optik.

Volkswagen Das erste Crossover modell von Volkswagen ist eine Erfolgsgeschichte. Zweifel hatte daran niemand. Als die ersten Fotos des T-Roc aufgetaucht sind, war klar: Hier kommt ein Herzensbrecher. Einer, der das Zeug zum Bestseller hat. Ein Blick in die heimischen Zulassungszahlen zeigt, dass die Einschätzung richtig war. Zwischen Jänner und Juli wurden in Österreich 5317 T-Roc verkauft. Geschlagen geben muss er sich nur seinen Technikbrüdern Skoda Octavia und VW Golf.

Alle Annehmlichkeiten an Bord

Wir haben uns einen T-Roc für den Intensivtest in den Fuhrpark bestellt – mit 2-Liter – Dieselmotor, Allrad und allen Annehmlichkeiten, die optional erhältlich sind. Auf bereits über 10.000 Testkilometern haben wir dem schicken Wolfsburger auf den Zahn gefühlt. Auf Basis des Golf hat VW ein mutiges Design umgesetzt – die vielen positiven Rückmeldungen auf den optischen Auftritt sind an dieser Stelle bereits beschrieben, auch Schwächen wie der übertriebene Einsatz von Hartplastik im Innenraum und das verzögerte Anspringen im Start-Stopp-Betrieb.

Im Dauertest beweist sich der T-Roc als exzellenter Dauerläufer. Auf der Langstrecke macht der höhergelegte Golf eine prima Figur. Die Laufruhe auf Hunderten Autobahnkilometern sorgt für entspanntes Vorankommen. Das 2-Liter-Dieselaggregat mit seinen 150 PS Leistung ist geradezu für Fahrten in die Ferne gemacht. Auch weil viele Tankstellen links liegen gelassen werden können. 700 Kilometer und mehr am Stück sind locker drin, der Verbrauch sinkt auf langen Strecken unter sechs Liter.

Ordentliche Sitzmöbel

Die Sitze sind grundsätzlich komfortabel. Mit Fortdauer der Fahrt wird es aber schwieriger, eine angenehme Sitzposition zu finden. In Summe erweisen sich die Sitzmöbel als sehr ordentlich. Hilfreich sind die vielen Assistenzsysteme. Speziell der serienmäßige Spurhalteassistent ist auf langen Fahrten eine echte Hilfe. Das trifft auch auf den Abstandstempomat zu. Bei Navigation und Infotainment entspricht der T-Roc gegenwärtigen Standards. Die Bedienung ist intuitiv. Da gibt es nichts zu meckern.

Auf dem Papier hat das Crossovermodell mit 445 Litern Ladevolumen eines der größten Gepäckabteile seiner Klasse. Verreisen vier Erwachsene, wird der Platz allerdings schon ziemlich eng. Den Kofferraumboden lässt man besser zu Hause in der Garage. Auf die Hutablage sollte schon aus Diebstahlsschutz nicht verzichtet werden, das grenzt die Möglichkeiten dann ein wenig ein. Und noch etwas wird sichtbar: VW hat nicht nur beim Materialeinsatz im Innenraum gespart – auch die Kofferraumabdeckung kommt aus der Abteilung: billig.

Feine Fahreigenschaften

Das war es dann aber auch schon mit Kritik, weil der T-Roc nicht nur ein hübscher Vertreter einer immer beliebteren Fahrzeuggattung ist, sondern auch ein richtig guter. Die Fahreigenschaften sind überzeugend, der Komfort auch. Und spätestens am Zielort, wo die Parkplätze und Gassen kleiner werden, freut man sich über den wendigen und übersichtigen Golf-Ableger. Höher sitzen heißt auch besser sehen. So lässt es sich auch in südlichen Großstädten stressfrei cruisen. Die Disziplin „Reisen“ hat der T-Roc jedenfalls mit Bravour gemeistert. Ein schicker Dauerläufer.

Der höhergelegte Golf-Ableger erweist sich auch auf der Langstrecke als komfortables Reisefahrzeug.

Gut ausgestattet und mit vielen hilfreichen Assistenzsystemen aufgerüstet.
Gut ausgestattet und mit vielen hilfreichen Assistenzsystemen aufgerüstet.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 2-Liter 4-Zylinder Diesel mit 150 PS, 340 Nm; 7-Gang-DSG, Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,4 Sek; Spitze 200 km/h, Verbrauch 5,1 l (Test 6,2 Liter)

Preis Startpreis ab 22.190 Euro; Testauto: 44.666 Euro