Der Teufel steckt unterm Sitz

Motor / 11.10.2019 • 12:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ducati ist trotz des mächtigen 240er-Hinterreifens sehr agil.VN/schutti
Die Ducati ist trotz des mächtigen 240er-Hinterreifens sehr agil.VN/schutti

Die Diavel ist eine Kombination aus Supersportler, Nakedbike und Cruiser.

ducati Acht Jahre sind im Lebenszyklus eines Motorrads eine lange Zeit. Deshalb verpasste Ducati der Diavel kein Update, sondern unterzog sie einem gründlichen Upgrade. Auf den ersten Blick ist die Überarbeitung der Diavel kaum anzusehen, denn die Optik hat sich kaum verändert. Federbein, Schwinge, Gabel, Rahmen, Auspuff, Tank, Scheinwerfer und Verkleidungsteile sind neu. Dazu kommen noch die zahlreichen elektronischen Helfer, die Ducati zu bieten hat. Traktionskontrolle, ein Bosch-Kurven-ABS, Wheelie-Control, das Ducati Power Launch und ein Tempomat, um dem Anspruch eines Cruisers gerecht zu werden. Für die S-Version gibt es unter anderem ein Öhlins-Fahrwerk, Brembo-Monoblock-Bremsen und ein Multimedia-System.

Höllische Performance

Die wichtigste Neuerung neben dem Chassis ist das Herz der Diavel, der Motor. Der Desmo legte rund 60 ccm an Hubraum zu, die Leistung um sieben PS. Das maximale Drehmoment liegt jetzt bei 129 Newtonmetern. Vor allem im unteren und mittleren Drehzahlbereich hat sich das Drehmoment deutlich verbessert. Trotzdem giert der große V2 nach höheren Drehzahlen. Über 5000 Umdrehungen geht die Diavel dann teuflisch ab. Der Quickshifter ermöglicht schnelle Gangwechsel, die dazu verleiten, gleich höheres Tempo aufzunehmen. Von 0 auf 100 in nicht einmal drei Sekunden ist schon ordentlich. Der monströse 240er-Hinterreifen beeinträchtigt das Handling der Ducati keineswegs. Im Gegenteil. Dass so viel Agilität möglich ist, verwundert dann doch. Präzise hält sie selbst engere Radien und ist ein echter Kurvenkünstler. Der Fahrer nimmt schon fast auf dem Hinterrad Platz, die Beine werden keineswegs cruisertypisch nach vorne gestreckt. Das ist weder unsportlich noch unbequem, aber etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Diavel ist ein sportlicher Powercruiser, trotzdem ist das Fahrwerk für Landstraßen etwas straff. An der Front kommen zwei Brembo M50 Radialbremszangen zum Einsatz. Dank des langen Radstands und des Bosch-Kurven-ABS kann man damit bedenkenlos voll ankern und erlebt eine enorme Verzögerung.

Die Mischung aus Nakedbike, Cruiser und Supersportler macht die Diavel so einzigartig. All das beeinflusst ihre DNA, und da muss man als Fahrer eben passen.

Die Ducati ist trotz des mächtigen 240er-Hinterreifens sehr agil.VN/schutti
Die Ducati ist trotz des mächtigen 240er-Hinterreifens sehr agil.VN/schutti

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Viertakt-DOHC-DVT-Dual-Spark Einspritzmotor,
1262 ccm

Fahrleistung/Verbrauch
117 kW (159 PS) bei 9500 U/min., 129 Nm Drehmoment bei 7500 U/min., 17 l Kunststofftank

Preis 26.595 Euro