Es ist nie zu spät

Motor / 11.10.2019 • 12:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Opel Grandland X basiert auf dem Peugeot 3008, tritt dennoch außen wie im Innenraum eigenständig auf.VN/Stiplovsek
Der Opel Grandland X basiert auf dem Peugeot 3008, tritt dennoch außen wie im Innenraum eigenständig auf.VN/Stiplovsek

Den SUV-Boom hätte Opel fast verschlafen. Mit dem Grandland X begann die Aufholjagd.

Opel Lange war Opel nur mit einem Modell im boomenden SUV-Segment vertreten, dem Mokka X. Während andere Hersteller ihr Angebot rasant ausbauten, wartete Opel lange zu. Der Zug wäre beinahe ohne die Rüsselsheimer abgefahren. Erst mit dem neuen Eigentümer, dem französischen PSA-Konzern, kam die Kurskorrektur. Crossland X und Grandland X auf Basis bestehender Modelle ergänzen seither das Produktportfolio. Letzterer ist das neue SUV-Flaggschiff, läuft wie das Schwestermodell Peugeot 3008 in Sochaux vom Band und baut auf dessen Stärken auf. Hülle, Innenraum und Fahrwerksabstimmung sind eigenständig, die Technik ist geliehen. Mal abgesehen von der fehlenden Allradoption, die im Technikregal des PSA-Konzerns nicht vorrätig ist, konnten die Deutschen aus dem Vollen schöpfen.

Auch bei den Antrieben hat Opel beim Grandland X schon kurz nach dem Marktstart kräftig nachgelegt. Ein 2-Liter-Selbstzünder mit 177 PS und 400 Nm Drehmoment ergänzt seither das Angebot. Wir sind den Tiguan-Konkurrenten mit dem starken Diesel gekoppelt an eine 8-Gang-Wandlerautomatik gefahren. Die Laufruhe des Aggregats überzeugt schon im Stand. Im Flüstermodus wird das knapp 1,6-Tonnen schwere und 4,5 Meter lange SUV kraftvoll angeschoben. Die Fahrleistungen sind souverän, der Komfort auch dank des fein abgestimmten Automatikgetriebes hervorragend. Überhaupt ist das stattliche Kompakt-SUV mehr auf Komfort als Dynamik ausgerichtet, ohne bei den Fahreindrücken auf Fahrspaß zu verzichten. Sparsam sind die Antriebe auch. So begnügt sich der Topdiesel mit 4,8 Litern (5,9 l im Test).

Wo Opel drauf steht, soll auch Opel drin sein. Das haben sich die Entwickler zu Herzen genommen und auch im Innenraum Markentreue bewiesen. Opel-Instrumente, Schalter, Tasten oder Infotainmentsystem: Die Rüsselsheimer Herkunft wird in vielen Details gelebt. Und freilich sind auch die Sitze ganz so, wie man sie von Opel kennt, was erneut mit dem Gütesiegel „Aktion Gesunder Rücken“ belohnt wurde.

Die Sitzmöbel sind bequem auch auf längeren Fahrten, der Innenraum zudem großzügig bemessen. Das Gepäckabteil verdient mit einem Ladevolumen von 514 Litern erweiterbar auf 1652 Liter auch diesen Namen. Das große Opel-SUV packt ordentlich was weg, was weitere Pluspunkte in der Alltagstauglichkeit bringt. Dazu kommt freilich die erhöhte Sitzposition, die von Käufern im Segment besonders geschätzt wird.

Vollausstattung

Mit dem Marktstart hat Opel ein ungewöhnliches Kaufverhalten festgestellt. Weil bei überdurchschnittlich vielen Bestellungen Optionen großzügig angekreuzt wurden, haben die Verantwortlichen die Ausstattungsvariante Ultimate aufgelegt, die de facto für Vollausstattung steht. Die Mitgift ist in der Tat großzügig.

Gute Proportionen

Auch optisch macht das SUV-Flaggschiff der Rüsselsheimer ordentlich was her. Ähnlichkeiten zum ebenfalls schicken Schwesternmodell sucht man vergebens. Beide profitieren sie von den guten Proportionen.

„Es ist nie zu spät“: Ein Zitat, das für den Grandland X nicht trefflicher sein könnte. Im beliebten Segment der kompakten Crossover wird der Spätstarter einen Fixplatz ergattern. Das hat Gründe: Er ist einfach gut gelungen.

Der kräftige Dieselmotor harmoniert wunderbar mit der fein abgestimmten 8-Gang-Automatik.

Instrumente, Schalter und Tasten sind ganz so, wie man sie von Opel kennt.
Instrumente, Schalter und Tasten sind ganz so, wie man sie von Opel kennt.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 2-Liter Diesel, 177 PS Leistung, 400 Nm Drehmoment, Frontantrieb, 8-Gang-Automatik

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 9,1, 211 km/h Spitze, 4,8 Liter Verbrauch (5,9 l im Test)

Preis ab 37.009 Euro; Testwagen: 45.373 Euro