Der Stoff, aus dem Visionen sind

Motor / 08.11.2019 • 09:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Fahren geht genauso flüsterleise, wie man es von einem batteriegetriebenen Elektroauto kennt. VN/Lerch
Das Fahren geht genauso flüsterleise, wie man es von einem batteriegetriebenen Elektroauto kennt. VN/Lerch

Hyundai setzt mit dem Nexo auf Wasserstoff und hat somit nun alle Antriebsarten in petto.

Hyundai Batteriegetriebenes Elektroauto oder Wasserstoff-Elektrofahrzeug? Darüber scheiden sich bekanntlich die Geister. Die Automobilhersteller verfolgen recht unterschiedliche Zugänge, was für sie der Alternativantrieb der Zukunft ist.

Hyundai setzt einfach auf beides. Neben verschiedenen Elektro- und Hybridmodellen gibt es mit dem Nexo nach dem ix35 Fuel Cell nun das zweite Serienmodell mit Brennstoffzellenantrieb.

Wie das funktioniert? Die Brennstoffzelle produziert aus Wasserstoff Strom für den Elektromotor. Getankt wird an eigenen Wasserstofftankstellen. Hier beginnt eines der Probleme, denn in Österreich gibt es nur vier an der Zahl. Die von Vorarlberg aus nächste befindet sich in Innsbruck. Im näheren Umkreis wären da noch München oder Zürich. Zwar hat der Nexo mit realistischen rund 600 Kilometern (nach WLTP-Messverfahren sind es genau 666 Kilometer) eine hohe Reichweite, aber zum Tanken so weit zu fahren, ist dann doch zu viel des Guten. Ein Ausbau der Infrastruktur wäre für den Verkauf in Vorarlberg sicher hilfreich. Das Tanken selbst ist ganz einfach. In gut drei Minuten sind die drei Tanks gefüllt.

Abgesehen davon macht der stattliche SUV mit Brennstoffzellentechnik neben dem Umweltgedanken auch sonst Freude, auch wenn er auf den ersten Blick recht futuristisch daherkommt. Spannend sind dabei nicht nur die Silhouette, sondern auch die Türgriffe, die sich wie von Zauberhand elektrisch aus der Tür bewegen.

Digitalcockpit

Wirkt er schon rein äußerlich wie ein Fahrzeug aus der Zukunft, bestätigt sich das im Cockpit umso deutlicher. In der Kommandozentrale empfängt den Fahrer ein Digitaldisplay sowie die auffällige Mittelkonsole mit allen wichtigen Bedienfunktionen. Die Einstufenautomatik und die Parkbremse werden ebenfalls per Knopfdruck bedient.

Den Nexo gibt es nur in einer Ausstattungsstufe. Dafür ist im Preis allerhand inbegriffen. Schiebdach, Ledersitze, Navigationssystem, Rückfahrkamera sowie diverse Assistenten. Als besonderes Feature wird in einer Totwinkelsituation das Bild der Außenspiegelkameras eingeblendet. Zudem kann der Nexo mittels Fernbedienung selbstständig einparken. Dazu werden im Innenraum diverse Biomaterialien wie Zuckerrohrfaser oder Mais verarbeitet. Letztlich kommt dank stattlicher Größe auch die Bewegungsfreiheit für bis zu fünf Insassen nicht zu kurz.

Zum Schluss wäre da noch der Kostenfaktor. Etwas, was bei Wasserstofffahrzeugen neben der Tank- infrastruktur oft der Knackpunkt ist. 78.000 Euro kostet der Hyundai Nexo in Vollausstattung. Das verlangen auch andere SUV-Hersteller ohne Alternativantrieb.

Infolge des niedrigeren Schwerpunkts überzeugt der Hyundai Nexo mit einer höheren Kurvenstabilität.

Das Fahren geht genauso flüsterleise, wie man es von einem batteriegetriebenen Elektroauto kennt. VN/Lerch
Das Fahren geht genauso flüsterleise, wie man es von einem batteriegetriebenen Elektroauto kennt. VN/Lerch
Ein filmreifes Cockpit: Willkommen im Raumschiff Nexo.
Ein filmreifes Cockpit: Willkommen im Raumschiff Nexo.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Brennstoffzelle mit Elektromotor, 163 PS, 395 Nm, Frontantrieb, Einstufen Reduktionsgetriebe

Fahrleistung/Verbrauch 0-100 km/h: 9,5 Sek., Spitze: 177 km/h; Verbrauch nach WLTP: 0,95 kg/100 km, Reichweite Test: 600 km (0 g CO2)

Preis 78.000 Euro