Ein Stück weit ans Herz gewachsen

Motor / 08.11.2019 • 09:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach sechs Monaten und knapp 12.000 Kilometern: Der VW T-Roc hat im VN-Intensivtest einen guten Eindruck hinterlassen.
Nach sechs Monaten und knapp 12.000 Kilometern: Der VW T-Roc hat im VN-Intensivtest einen guten Eindruck hinterlassen.

6-Monate-Intensivtest: Mit seiner soliden Performance ist der VW T-Roc eine echte Empfehlung.

VW Wer will beim Autokauf schon Überraschungen? Eben. Und wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit einem VW Golf noch nie schlecht gefahren. Das ist seit über 45 Jahren so. Am überraschendsten an diesem Golf ist, dass er anders aussieht und als neues Crossovermodell eigenständig auftritt. T-Roc haben ihn seine Erfinder getauft und mit dem höhergelegten Golf einen Bestseller geschaffen. Einen, der auf den erfolgreichen Tugenden des Klassikers basiert und doch so anders daherkommt. So viel Mut haben die VW-Designer selten bewiesen, wie bei diesem Auto. Und am Ende haben sie alles richtig gemacht. Sechs Monate haben wir dem VW T-Roc im Intensivtest auf den Zahn gefühlt, die eine oder andere Schwäche bemerkt. Nur eines haben wir nicht: uns sattgesehen. Der T-Roc ist, wenn sich über Geschmack freilich auch streiten lässt, einer der schönsten Vertreter seiner Gattung. Das expressive Design macht ihn zu etwas Besonderem. Sauber und klar gezeichnet sticht das 4,23 Meter lange Fahrzeug aus der Masse heraus, ohne den Status eines Sonderlings zu haben. Gutes Design kann das eben.

Ein schneller Blick lässt auch Rückschlüsse auf die Positionierung zu. Wertig steht er da, punktet mit exzellenter Verarbeitung und enttäuscht im Innenraum ein wenig durch die lieblose Materialauswahl. Zu viel Hartplastik hat noch keinem Auto gutgetan, schon gar nicht einem mit dem Anspruch eines Volkswagen aus Wolfsburg.

Im Fahrbetrieb wird der Feschak den Ansprüchen jedoch gerecht. Das 2-Liter-Dieselaggregat arbeitet sparsam (6,2 Liter im Test). Souverän erfüllt der T-Roc auch gehobenere Anforderungen, ist mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe immer Herr der Lage. Und weil auch in der Bedienung alles so funktioniert, wie das intuitiv sein sollte, gewöhnt man sich rasch an den Golfableger. Jetzt ist „gewöhnen“ wohl eher die alemannische Art einer Liebeserklärung. Er ist uns ein Stück weit ans Herz gewachsen, mit seiner grundsoliden Performance und dem unwiderstehlichen optischen Auftritt. Statt für Experimente steht der T-Roc für Jahrzehnte erprobte Golf-Qualität, bietet eine erhöhte Sitzposition und eine zusätzliche Portion Abenteuerlust. Wir haben ihn jedenfalls ungern ziehen lassen, den Herzensbrecher aus Wolfsburg. VN-MIG

150-PS-Diesel, Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe sind ein überzeugendes Antriebspackage.

Eine der wenigen Schwächen: lieblose Materialauswahl im Innenraum. VN/Stip.
Eine der wenigen Schwächen: lieblose Materialauswahl im Innenraum. VN/Stip.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 2-Liter 4-Zylinder Diesel mit 150 PS, 340 Nm; 7-Gang-DSG, Allradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,4 Sek; Spitze 200 km/h, Verbrauch 5,1 l (Test 6,2 Liter)

Preis Startpreis ab 22.190 Euro; Testauto: 44.666 Euro