So viel Platz bietet der neue Mercedes GLB

Motor / 01.12.2019 • 09:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Beim GLB dreht sich fast alles ums Platzangebot

Langer Lückenfüller: Mercedes hat sein Portfolio um den GLB erweiter.

Malaga Zwischen den Buchstaben A und C liegt im Alphabet das B. Das ist nichts Neues und schon länger so. Auch Mercedes weiß das und bietet zwischen der A- und C- die B-Klasse an. Nun bringen die Stuttgarter ab Mitte Dezember ein weiteres B-Modell und quetschen in die bisherige Lücke zwischen den SUV GLA und GLC den GLB. Das mit einer Länge von 4,63 Metern an die Grenze der Mittelklasse stoßende SUV kostet in Kombination mit dem 120 kW/163 PS starken Benziner (GLB 200) in Österreich rund 41.600 Euro.

Nun also noch ein weiteres mehr oder weniger kompaktes SUV mit Stern. Damit Kunden nicht von der Angebotsvielfalt verwirrt werden – oder zumindest nur ein bisschen – versucht Mercedes, die Modelle hinsichtlich Design, Ausstattung und Motorenvielfalt voneinander abzugrenzen. So setzt der ab Anfang 2020 neue und dann 4,40 Meter lange GLA eher auf einen modischen Auftritt, der 4,66 Meter lange Mittelklasse-GLC spricht dagegen die Komfort-orientierte Kundschaft an, die neben Luftfederung vielleicht auch Sechszylinder-Motoren goutieren möchten.

Wie die anderen Geschwister aus der großen A-Klasse-Familie stehen beim GLB nur Vierzylinder zur Wahl

Beim GLB dreht sich dagegen fast alles ums Platzangebot und macht so der B-Klasse Konkurrenz, zumal es den Neuzugang auch als Siebensitzer (Aufpreis: 1.300 Euro) gibt. Selbst wenn die optionalen, im Fahrzeugboden versenkbaren Sitze 6 und 7 montiert sind, haben auch die Insassen im Fond noch reichlich Bewegungsfreiheit für Arme und Beine. Auf den Kopf muss sowieso kein Passagier achten, mit einer Fahrzeughöhe von 1,70 Metern ist selbst bei lang gewachsenen Insassen reichlich Luft zwischen Haupthaar und Dach. Auch in der dritten Reihe sitzen Erwachsene dank des langen Radstands von 2,83 Metern zumindest für Kurzstrecken bequem, sofern sie sich dank Pilates gestärkter Rücken- und Beinmuskulatur nach hinten schlängeln können und auch wieder ohne Muskelzerrungen rauskommen. Klassisch ist das doch eher der Ort, wo Kinder mitreisen. Praktisch ist die verschiebbare Rückbank (Aufpreis: 430 Euro), sie lässt sich in Längsrichtung um 14 Zentimeter zugunsten von mehr Beinfreiheit oder Gepäckvolumen verschieben. Bei umgelegten Rücksitzlehnen weist das Kofferraumvolumen bis zu 1.805 Liter aus, in der fünfsitzige Standardstellung sind es 570 Liter.

Das Interieur ist typisch Mercedes

Wie die anderen Geschwister aus der großen A-Klasse-Familie stehen beim GLB nur Vierzylinder zur Wahl. Das Leistungsspektrum reicht auf Benzinerseite vom 180 mit 136 PS über den 200 mit 163 PS bis zum 250 4Matic mit 165 kW/224 PS (ab 44.900 Euro). Der 180 d mit 85 kW/116 PS ist mit knapp 37.800 Euro die günstigste Möglichkeit, einen Diesel zu fahren. Der 200 d mit 110 kW/150 PS kostet 39.200 Euro. Mit Allrad als 220d 4Matic sind es rund 41.500 Euro. Der 220 d mit 140 kW/190 PS kommt nur mit Allrad vorgefahren und ist ab 44.600 Euro zu haben. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d. Standard ist immer ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe für die Kraftübertragung, nur der GLB 200 verfügt über ein Siebengang-DSG. Einen Plug-in-Hybriden wird es nicht geben, dafür kommt aber 2021 eine rein batterieelektrische Version.

Bis zu 1.805 Liter fasst der Kofferraum

Das Gros der Kunden wird sich wohl für die 200er-Varianten entscheiden. Der 200 GLB bietet solide Hausmannskost. Die 163 PS reichen, das 1,7 Tonnen schwere Fahrzeug entspannt auf Touren zu bringen. Das Siebengang-DSG agiert unter Lastwechsel nicht immer souverän, außerdem gefällt sich der 1,3-Liter-Motor als rauer Geselle. Der 200 d kommt zwar nur auf 150 PS, kann aber mit 320 Nm statt den 250 Nm im 200 punkten. Zumal es den Selbstzünder auch mit Allrad gibt. Außerdem merkt man, dass das DSG eine Schaltstufe mehr zur Verfügung hat. Die Kraftübertragung erfolgt sehr harmonisch. Beim Verbrauch hat der 2,0-Liter-Vierzylinder natürlich die Nase vorn, im Schnitt sind es 5 Liter – der GLB 200 will sich mit durchschnittlich 6,2 Liter begnügen. Wer keine sportlichen Ambitionen auf der Autobahn zur Schau stellen will, dürfte mit beiden Motoren zufrieden sein, zumal der GLB komfortabel abgestimmt ist. Apropos Sport: Im Mai 2020 tritt der GLB auch als AMG 35 4Matic mit 225 kW/306 PS und 400 Nm an.

Eine dritte Sitzreihe gibt es optional

Natürlich soll der GLB nicht nur praktisch und überwiegend solide sein. Damit erst gar kein Gedanke an einen „Nützling“ aufkommt, haben die Designer ihm ein schickes und angesagtes SUV-Blechkleid geschneidert. Dazu zählen mindestens 17-Zoll große Räder sowie optische Design-Anleihen bei GLS und G-Klasse, die sich etwa bei der Gestaltung des Kühlergrills oder der Rückleuchten zeigt. Das Interieur ist typisch Mercedes, je nach Ausstattungslinie mit schicken Intarsien und unterschiedlich großen Displays für das Multimediasystem MBUX; und je nach Bereitschaft der Kunden in Extras zu investieren, sind auch Navi, LED-Scheinwerfer, Sportlenkrad, Lenkradheizung und Leder Bestandteil des Konzepts „Schöner Wohnen“. Auch viele der angebotenen Assistenten kosten Aufpreis. Aber die Preisgestaltung bei Mercedes ist wie die Reihenfolge der Buchstaben im Alphabet nichts Neues.