Aufpoliert und aufgewertet

Motor / 10.01.2020 • 11:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schwarz lackierte Zierleisten, schwarzer Wabengrill: Honda hat den HR-V ordentlich aufgemöbelt.VN/Sams
Schwarz lackierte Zierleisten, schwarzer Wabengrill: Honda hat den HR-V ordentlich aufgemöbelt.VN/Sams

Honda hat den HR-V schick gemacht. Überzeugendes Sitzkonzept für hohe Variabilität.

honda Eine Modellpflege mit Wirkung: Honda hat den HR-V auf Vordermann gebracht. Optisch legt das Crossover einen glänzenden Auftritt hin, technisch haben die Japaner ordentlich nachgelegt. Das Ergebnis der Maßnahmen kann sich sehen lassen: Der HR-V ist ein echter Feschak geworden. Ins Auge sticht in erster Linie die überarbeitete Front mit einer hochglänzenden, dunklen Chromspange. Die Sport-Version trägt zudem einen Kühlergrill in schwarzer Wabenoptik. 18-Zoll-Felgen, schwarz lackierte Zierleisten und schicke Doppelend­rohre unterstreichen gemeinsam mit der coupé-haften Karrosserieform den sportlichen Eindruck. Nur hält der Japaner auch, was die Optik verspricht?

Wir haben dem HR-V 1,5 VTEC Turbo Sport auf den Zahn gefühlt, der Topversion der Baureihe also. Honda hat ein bekanntes Aggregat aus dem Civic in das begehrte Crossovermodell gepflanzt. Der Benziner mit 1,5 Liter Hubraum stellt 182 PS Leistung bereit. In Zusammenarbeit mit dem stufenlosen CVT-Getriebe steht eine äußerst harmonische Antriebskombination zur Wahl. Dass der HR-V mit Automatikgetriebe für den Sprint auf Tempo 100 fast eine Sekunde länger braucht als die Schaltvariante, verzeiht man gerne. Erstens, weil die 8,6 Sekunden mehr als ausreichend sind und zweitens, weil der Komfort überzeugend ist. Eine Steuersoftware simuliert sieben Gänge, vom Aufheulen vergleichbarer Antriebskombinationen in anderen Fahrzeugmodellen ist nichts zu hören. Mit 220 Nm über einen großen Drehzahlbereich hinterlässt der HR-V einen kraftvollen Eindruck. Der Normverbrauch liegt bei praxisnäherem Testverfahren (WLTP) bei 7,1 Liter. Ein Wert, den wir mit 7,8 Litern nur knapp verfehlt haben. Angesichts des Leistungsangebots gehen die Verbrauchsdaten in Ordnung. Einen Platz im Spitzenfeld verdient sich das Crossover allerdings nicht.

„Magische Sitze“

Spitze hingegen ist, was sich Honda im Innenraum überlegt hat. Die „magischen Sitze“ (Magic Seats), die bereits im Jazz für höchste Variabilität sorgen, werden ihrem Namen auch im HR-V gerecht. Basis ist das clevere Plattform-Konzept mit einer zentralen Anordnung des Tanks unter den Vordersitzen. Es hat zur Folge, dass die hinteren Sitze in alle möglichen Richtungen gefaltet und verschoben werden können. Je nach Anforderung bringt das viel Platz in der Länge oder der Höhe. In puncto Stauraum ist der Honda HR-V Benchmark für den Wettbewerb. Eine breite Heckklappe und die niedrige Ladehöhe ergänzen die Lade-Talente.

Kräftig investiert hat Honda auch in die Aufwertung des Innenraums. Die Qualitätsanmutung der Materialien und die Verarbeitung passen. Zudem fährt der HR-V auch überraschend leise. Die Maßnahmen in die Geräuschdämmung haben ihre Wirkung jedenfalls nicht verfehlt. Auch bei der Konnektivität und dem Infotainment ist das Update umfangreich ausgefallen und der kompakte Japaner am Stand der Technik. In Summe ist die Aufwertung gelungen, sowohl optisch als auch bei den Fahreigenschaften wirkt die Neuauflage deutlich gereift.

Der HR-V tritt kraftvoll an und macht auch in Kurven eine gute Figur. Der Geräuschkomfort im Innenraum ist gut.

Stärken: Niedrige Ladekante und hohe Variabilität des Gepäckabteils.
Stärken: Niedrige Ladekante und hohe Variabilität des Gepäckabteils.
Der neue Innenraum: Qualitätsanmutung und Platzverhältnisse passen.
Der neue Innenraum: Qualitätsanmutung und Platzverhältnisse passen.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 1,5-Liter Turbobenziner mit 182 PS, 220 Nm Drehmoment, CVT-Getriebe, Frontantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 8,6 Sek, Spitze 200 km/h, Verbrauch 7,1 Liter (Test 7,8 Liter)

Preis ab 22.290 Euro; Testwagen 33.290 Euro