Ein Typ fürs Grobe mit feineren Manieren

Motor / 07.01.2022 • 10:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fit für die harte Gangart: Mit neuem 2,8-l-Dieselmotor unter der Haube wird der Allrad-Hilux zum kräftigen Zugpferd.Vn/stiplovsek
Fit für die harte Gangart: Mit neuem 2,8-l-Dieselmotor unter der Haube wird der Allrad-Hilux zum kräftigen Zugpferd.Vn/stiplovsek

Frischzellenkur für den großspurigen Toyota-Pickup, der jetzt auch als bärenstarker Dieseltyp vorfährt.

toyota Die Mini-Trucks fallen unweigerlich auf im Straßenverkehr, bevorzugt gesteuert von Bauhandwerkern. Genauso gerne werden Pick-ups von Alpwirtschaftlern oder Forstwirten als Packesel in unwegsamem Gelände hergenommen. Ein Urgestein in der Raubein-Klasse ist der Toyota Hilux. Seit 1968 als Dauerläufer in mittlerweile 8. Generation am Start, hat der Haudegen jüngst eine Frischzellenkur erfahren, die den derben Gesellen mit besseren Manieren vorfahren lässt. Die Japaner haben ihrem Blech-Koloss, der sich auf 5,33 Meter hinstreckt, eine softe Karosserie-Kosmetik verpasst. Indes signalisieren der Kühlergrill in Abräumer-Optik sowie Rundumbeplankung und Trittbretter die ehrlich-erdige Art für den harten Alltagseinsatz.

Den Hilux zu entern, erfordert infolge der Höhenlage durch die 31 Zentimeter Bodenfreiheit schon eine gewissen Gelenkigkeit. Es geht hoch hinaus, dafür sitzt es sich prima auf dem Ledergestühl und man hat die volle Übersicht übers Verkehrsgeschehen. Das Interieur ist von eher sprödem Charme, passt aber zum Charakter des Toyota-Trumms. Die „Invincible“-Version ist mit vollwertigem Audio-/Infotainment und 8-Zoll-Touchscreen sowie Navi samt Rückfahrkamera ausgerüstet, über die man wegen eines 12,80-Meter-Wendekreises beim Reversieren froh ist. Zugaben wie Adaptiv-Tempomat, Spurwechselaufpasser, Verkehrszeichenassistent, Kollisionswarner sowie Climatronic, Sitzheizung und elektrisch verstellbarer Fahrersitz steigern Komfort und Sicherheit an Bord. Das überarbeitete Feder-Dämpfer-System schafft gerade auf Langstrecken trotz Leiterrahmen und Starrachse eine weitgehend rumpelfreie Bequemlichkeit, nur in schnellen Wechselkurven fühlt man sich bisweilen leicht verschaukelt. Den vollen Respekt erntet der 2,3-Tonnen-Typ für seine Offroad-Qualitäten. Mit ausgeklügeltem Allradsystem samt Reduktionsgetriebe, Differenzialsperre sowie Bergan-/abfahrhilfe ist alles da, was einen in schroffem Gelände weiterbringt. Den Drang nach vorne unterstützt im Hilux neuerdings auch ein 2,8-l-Vierzylinder-Selbstzünder. So wird das 204-PS-Dieselross auch zum echten Zugpferd, das mit einer Tonne Nutzlast und 3,5 Tonnen Anhängerlast gesteigerte Transportbedürfnisse erfüllt. Wenn der Turbodiesel anreißt und richtig Feuer im Kamin ist, schwingt sich der Pick-up zu wackeren Fahrleistungen auf. Dabei geht er nicht auf Schleichfahrt, sondern zieht kräftig nagelnd durch. Infolge seiner Schubkraft verlangt der Schwergewichtler aber auch ordentlich Futter. Dass sich mit dem Hilux letztlich eine sehr beachtliche Reichweite erzielen lässt, garantiert schließlich ein 80-Liter-Tank. VN-HGP

Im überarbeiteten „Invincible“-Cockpit sticht das neue Multimedia-System hervor.
Im überarbeiteten „Invincible“-Cockpit sticht das neue Multimedia-System hervor.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 4-Zylinder-Turbodiesel, 204 PS, 500 Nm/1600 bis 2800 U/min, Allradantrieb, 6-G-Automatik

Fahrleistung/Verbrauch 0 – 100 km/h: 10,7 Sek., Spitze: 175 km/h, Norm: 9,4 l (245g CO2/km) Test: 10,3

Preis Basispreis (Invincible): 47.890 Euro, Testwagen: 54.826 Euro.

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