Minimal-Stromer mit großem Fahrspaß

Motor / 14.01.2022 • 11:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der überarbeitete Elektro-Mini ist einfach etwas fürs Gefühl und will in jeder Hinsicht Spannung erzeugen. Vn/steurer
Der überarbeitete Elektro-Mini ist einfach etwas fürs Gefühl und will in jeder Hinsicht Spannung erzeugen. Vn/steurer

Füllmenge des aufgefrischten Mini Cooper SE ist begrenzt, dafür springt der Funke schnell über.

mini So schnell geht das! Es ist kaum drei Jahre her, da hat auch Mini gleichsam die Energiefrage beantwortet und mit dem Cooper SE den ersten Vollelektriker ins Rennen geschickt. Um die Freude am Stromern weiter unter Spannung zu halten, wurde dem Mini-Stecker-Typ nun auch gleich eine Auffrischung spendiert. Der britisch-bayerische Elektrozwerg, der es auf eine Außenlänge von 3,85 Meter bringt, fährt mit frischer Schminke sowohl an der Karosserie als auch beim Innenleben vor. Die modifizierte Front mit dem charakteristischen Kühlergrill, dessen hexagonale Einfassung jetzt noch augenfälliger ist, soll die puristische Ästhetik des Minimalisten weiter steigern.

Individualität ist Trumpf

Noch eine Spur dynamischer wirkt das Antlitz zudem durch die neuen Lufteinlässe, dafür mussten die Nebenscheinwerfer weichen. An Ausdruck gewonnen haben auch die LED-Heckleuchten im Union-Jack-Design sowie die neugestaltete Heckschürze samt integrierten Nebelschlussleuchten. So richtig eins aufs Haupt bekommen hat der Mini Cooper SE durch die Innovation des sogenannten Multitone Roof. Mittels spezieller Nass-in-Nass-Lackierung wird auf dem Dach ein extravaganter Farbverlauf-Effekt erzielt. Das Motto lautet: Multi-Colour ist cool oder Individualität ist Trumpf. Dass der Funke beim Mini-Stromer so richtig überspringt, wurde auch der Innenraum weiter aufgewertet. So sind die Oberflächen durchwegs handschmeichelnd und die Grafikdarstellung auf dem Display des Zentralinstruments sowie auf der Digital-Cockpitanzeige je nach Stimmungslage einfühlsam variierbar. Was man außerdem zu schätzen weiß, ist, dass jetzt auch Lenkradheizung und elektrische Parkbremse verfügbar sind. In Topform präsentiert sich nun die Integration des Sprachassistenten Amazon Alexa. Den Komfort und die Sicherheit an Bord steigern unter anderem der neue Spurverlassensaufpasser oder die Aktiv-Tempo-Regelung mit Stop&Go-Funktion sowie die Schlechtwetterlichtfunktion und das anschmiegsame Sportledergestühl.

Dass der Mini-Stromer ausgezeichnet flitzen kann, wissen wir schon durch die Erstausgabe. Sein Können lässt der Cooper SE vor allem im urbanen Umfeld aufblitzen. Wendig und wirkungsvoll ist der Vollzeitelektriker wenn es sich um den Stadtverkehr oder überschaubar kurze Überlandfahrten handelt.

Auf der Autobahn hingegen sollte man es nicht auf die Spitze treiben, denn das geht dem E-Mini voll auf die Batterie und kostet Reichweite. Überhaupt lässt der Ministromer sowieso nur maximal 150 km/h zu, dann wird praktisch der Stecker gezogen. In der Gesamtschau gilt: Wer den großen Fahrspaß mit dem quirligen Minimalisten liebt, wird auch die vergleichsweise bescheidene Ausbeute des Öko-Zwergs hinnehmen. Immerhin echte 170 Stromkilometer sind mit softer Fahrweise bei der Netto-28,9 kWh-Akkukapazität drin.

Glücklich schätzen kann man sich, wenn eine Schnellladestation in Reichweite ist. Der Akku zieht dort kurzzeitig 50 kW, auf 80 Prozent Ladestand vergehen gut 30 Minuten. An einer Wallbox (11 kW/dreiphasig) dauert es schon gut und gerne dreieinhalb Stunden, bis die Batterie wider voll im Saft steht. Es reicht aber auch eine normale Haushaltssteckdose. Wer dort einstöpselt, sollte indes wissen, dass der Mini Cooper SE schon eine Tag- oder Nachtschicht einlegen muss, bis der Stromspender wieder halbwegs satt ist. VN-HGP

Der Stromer legt immer druckvoll los, lässt einen dann aber auch die spezielle Bremsdynamik wirkungsvoll spüren.

Weiterentwickeltes Digital-Cockpit ist eigenwillig, das macht den Charme aus.
Weiterentwickeltes Digital-Cockpit ist eigenwillig, das macht den Charme aus.
Union Jack in den Rücklichtgläsern und die „E“-Plakette zieren das Stromer-Heck.
Union Jack in den Rücklichtgläsern und die „E“-Plakette zieren das Stromer-Heck.
Nachladen tut not. Mit Disziplin geht´s für den normalen Alltag ausreichend weit.
Nachladen tut not. Mit Disziplin geht´s für den normalen Alltag ausreichend weit.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Hybrid-Synchronmotor, 135 kW/184 PS, 270 Nm, Vorderradantrieb, Ein-Gang-Automatik

Fahrleistung/Verbrauch 0 – 100 km/h in 7,3 Sek., Spitze. 150 km/h, Normverbrauch: 14,9 kWh; Test: 17,4

Preis Grundpreis: 33.600 Euro, Testwagen: 45.324 Euro.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.