Kleindarsteller legt sich ins Zeug

Motor / 21.01.2022 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Maßvoller Minimalist: Der auf Leistungsdiät gesetzte Yaris ist ein genügsamer Einsteigertyp im griffigen Kleinformat. vn/stiplovsek
Maßvoller Minimalist: Der auf Leistungsdiät gesetzte Yaris ist ein genügsamer Einsteigertyp im griffigen Kleinformat. vn/stiplovsek

Als Dreizylinder-Basis-Benziner fährt der Toyota Yaris auf solider Sparflamme.

Toyota Ein Kleiner will groß ankommen! Mit der Neuauflage des Yaris zeigt Toyota, dass Kleinwagen auch optisch keine Verzichtserklärung sein müssen, sondern durchaus pfiffig im Auftritt sein können.

Völlig neu durchgestylt geht der Yaris, der es in aktuell 4. Generation nur noch auf eine Außenlänge von 3,94 Meter bringt, weiter auf Eroberungstour. Geradezu giftig steht er da auf breiterer Spur, in ein spannendes Blechkleid gepackt, mit Ecken und Kanten von vorne bis hinten. Einigermaßen herausfordernd zelebriert er seine Gier nach Aufmerksamkeit.

Wer in den Gerngroß einsteigt, ist vergleichsweise überrascht. In der ersten Reihe herrscht ein ordentliches Platzangebot vor, es sitzt sich ziemlich entspannt. Da kommt selbst bei groß gewachsenen Autofahrern nicht gleich Platzangst auf. Das komfortable Gestühl taugt zudem auch für längere Fahrten. Ein eher gequältes Lächeln kommt indes von den Hinterbänklern, die im VN-Test mit dem Yaris hin und wieder mit an Bord waren. Wer hinten sitzt, muss infolge der knapp bemessenen Bein- und Kopffreiheit schon eine gewisse Demutshaltung einnehmen. Der Toyota-Bonsai-Typ will auch nicht vorteilhaftes Reisemobil sein, sondern vielmehr angenehmer Kurzstreckenbegleiter. Wer sich beschränken kann, kommt auch mit dem knappen Ladevolumen aus. Der Kofferraum hat nur 286 Liter Fassungsvermögen, lässt sich bei umgelegter Rückbank aber immerhin auf knapp 1000 Liter erweitern. Wer mit dem Nippon-Mini unterwegs ist, darf versichert sein, dass Komfort und Sicherheit an Bord nicht zu kurz kommen. Schon die von uns gefahrene „Active“-Version verfügt über Klimaanlage und das 7-Zoll-Multiinfo-Display; so lassen sich via AppleCarPlay und AndroitAuto sämtliche Smartphones ans Auto koppeln. Überhaupt ist das Navi-/Infotainmentsystem auf Höhe der Zeit. Mit Beigaben wie Spurwechselwarner, Adaptiv-Tempomat, Verkehrszeichenassistent, Kollisionswarner und Rückfahrkamera ist man für die Alltagsanforderungen gut gerüstet.

Und wie fährt sich der Yaris? Da üben wir uns in vornehmer Zurückhaltung. Jedenfalls in der zur Verfügung stehenden Basisversion des 1,0-l-Benziners. Das Dreizylinder-Aggregat leistet 72 PS, genügend Kraft, um im Stadtverkehr flott von der Ampel wegzukommen. Indes schlägt sich der Yaris mit dem Einliter-Motörchen, allzeit unüberhörbar, auch auf Überlandfahrten wacher. Wer fleißig schaltet, kann durchaus zügig vorankommen.

Bei allfälligen Überholmanövern empfiehlt sich tatsächlich eine vorausschauende Fahrweise, denn gerade bergauf schwächelt der auf Sparflamme gesetzte Japaner in seinem Vorwärtsdrang schnell einmal. Wer allerdings zu einer disziplinierten Gelassenheit im Straßenverkehr neigt, der erlebt mit dem Motor-Minimalisten durchaus seine Fahrfreude. Und spritsparend unterwegs ist man dann mit dem Yaris obendrein. VN-HGP

Viel Hartplastik, aber ein aufgeräumt-übersichtliches Cockpit mit 7-Zoll-Display.
Viel Hartplastik, aber ein aufgeräumt-übersichtliches Cockpit mit 7-Zoll-Display.
Der Nippon-Mini stellt sich auch mit frecher Heckansicht zur Schau.
Der Nippon-Mini stellt sich auch mit frecher Heckansicht zur Schau.
Maßvoller Minimalist: Der auf Leistungsdiät gesetzte Yaris ist ein genügsamer Einsteigertyp im griffigen Kleinformat. vn/stiplovsek
Maßvoller Minimalist: Der auf Leistungsdiät gesetzte Yaris ist ein genügsamer Einsteigertyp im griffigen Kleinformat. vn/stiplovsek

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Dreizylinder-Benziner, 72 PS, 93 Nm bei 4400 U/min, Vorderradantrieb, 5-Gang-Schaltung

Fahrleistung/Verbrauch 0 – 100 km/h: 14,6 Sek., Spitze: 160 km/h, Norm: 5,6 l (127g CO2/km) Test: 6,0 l

Preis Grundpreis: 16.900 Euro; Testwagen: 17.684 Euro.

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