Vom Kleinwagen zum Klein-Crossover

Motor / 08.04.2022 • 09:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Niedlicher Neuling: Der Toyota Aygo ist zurück und hat sich dabei zum sympathischen Klein-Crossover transformiert.Werk
Niedlicher Neuling: Der Toyota Aygo ist zurück und hat sich dabei zum sympathischen Klein-Crossover transformiert.Werk

Toyota stülpt das Crossover-Konzept auch über die neue Generation seines Kleinwagens Aygo.

Toyota Obwohl die Erhaltungskosten für Fahrzeuge laufend steigen, hat sich das dahingehend günstigste Segment, der Kleinwagen, in den letzten Jahren deutlich ausgedünnt. Die laufend verschärften Abgasnormen und immer mehr verpflichtend einzubauende Assistenzsysteme machen die Kalkulation wirtschaftlicher Margen für die Hersteller immer schwieriger. Seit 2005 ist Toyota mit dem Aygo dabei, die zweite Generation ab 2014 sogar mit Klonen unter Peugeot- und Citroen-Flagge.

Frisch transformiert

Der Neue ist wieder ein Einzelkind und hat dabei auch das Fach gewechselt: Vom Kleinwagen zum Klein-Crossover im SUV-Look. Die knubbelige Nase mit der kurzen, steil stehenden Motorhaube ist dem kompakten Baukonzept geschuldet, spätestens die Flanken zitieren eindeutig den Vorgänger, am beinahe senkrecht abfallende Heck und den hochgezogenen Rückleuchten ist Aygo-Wiedererkennungsfaktor noch größer. Eine ungewöhnliche Designlösung findet sich am Dach – dessen Fläche ist mittig geometrisch abgesenkt, eine Art Neuinterpretation der klassischen Double-Bubble-Idee.

Den Motor spendet ebenfalls der Vorgänger: Der 1 Liter Dreizylinder ohne Turbo leistet weiterhin unverändert 72 PS, serienmäßig mit Fünfgang-Getriebe kombiniert und optional mit stufenloser CVT-Automatik im Programm. Der nicht unbeachtliche Preissprung von 3.800 Euro gegenüber dem Basis-Handschalter zur Automatik-Variante inkludiert auch den Aufstieg in die mittlere der insgesamt fünf Ausstattungslevels.

Der Innenraum des Aygo X ist modern und jugendlich frisch gestaltet, kommt aber wohltuend ohne kindische Farbklecksereien aus. Der zentrale Touchscreen mit je nach Ausstattung 7 bis 9 Zoll Durchmesser sitzt in einem pfiffigem Oval, die Sitze haben sportliches Format und bieten tadellosen Komfort. Die alte Toyota-Besonderheit, Knöpfe und Schalter an möglichst uneinsehbaren Orten zu positionieren, gehört nun offenbar doch der Vergangenheit an, alle Bedienelemente sind übersichtlich und wohlsortiert angeordnet.

Naturgemäß reizen 72 PS und 93 Newtonmeter Drehmoment nicht zu sportlichen Abenteuern. Im Stadtverkehr, für den der Aygo X auch ausdrücklich konstruiert ist, reicht es aber zum flotten Mitschwimmen. Überland und bergauf tut sich der kleine Motor mit seinen begrenzten Kraftreserven schon etwas schwerer und verlangt nach einem betont defensiven Fahrstil. Passend dazu das Fahrwerk: Es ist komfortabel abgestimmt, meistert auch rüde Oberflächen problemlos. Die optionale CVT-Automatik verwaltet die Leistungsausbeute noch etwas gemächlicher, ist für den City-Betrieb aber eventuell sogar die bessere Lösung.

Leistbare Mobilität

Auf wohltuende Art will der Aygo X kein Klassenprimus sein, sondern versucht, Mobilität im kleinsten Segment leistbar zu halten. Die einfache, aber nirgendwo lieblose Materialauswahl und dem Rechenstift geschuldete Praxislösungen dürfen da nicht stören. Mit einem Einstiegspreis von 14.890 Euro erfüllt er diese Aufgabe glaubwürdig, nur die Spannweite zur Topausstattung fällt mit weiteren 7500 Euro und damit mehr als 50 Prozent des Basispreises ein wenig groß aus. PAB

Pfiffiges Layout und jugendlicher Look ohne kindische Farbkleckserei
Pfiffiges Layout und jugendlicher Look ohne kindische Farbkleckserei
Pfiffiges Layout und moderner Look ohne viel Farbkleckserei.
Pfiffiges Layout und moderner Look ohne viel Farbkleckserei.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 1,2 Liter Dreizylinder, 72 PS (53 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 93 Nm bei 4400/min; Fünfgang-Getriebe (stufenlose Automatik); Vorderradantrieb

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 14,9 Sek; 4,7 l Verbrauch

Preis ab 14.890 Euro

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