Bisher mehr als 22.000 Covid-Impfauffrischungen in Wien

Ticker / 14.10.2021 • 15:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

In Wien sind bisher 22.044 Auffrischungen der Covid-Schutzimpfungen durchgeführt worden. Begonnen wurde Anfang September in Alters- und Pflegeheimen und beim Spitalspersonal, berichteten Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Die Stadt werde alle Haushalte über die Auffrischung und Impfmythen in einem Brief informieren, kündigte Hacker an. Die Anmeldung läuft nun online über mein.wien.gv.at.

„Wir wissen, dass es notwendig ist auch eine Auffrischungsimpfung, einen dritten Stich, vorzunehmen“, sagte Ludwig. Die Auffrischung diene einem wirksameren Schutz gegen das Virus, vor allem gegen die Delta-Variante. In Wien sind gegen Covid-19 aktuell 64 Prozent der Bevölkerung zumindest erstgeimpft, 61 Prozent haben den laut Zulassung vollen Schutz erhalten. Mit mehr als 22.000 Menschen hat zudem ein Prozent bereits eine Auffrischung hinter sich, erläuterte Hacker.

Bei einer Einzeldosis mit dem Vakzin von Johnson & Johnson ist in Österreich ab 28 Tagen nach der Impfung eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Sechs bis neun Monate nach der Zweitimpfung sollten bei anderen Impfstoffen Personen ab 65 Jahren, Risikopatienten, mit AstraZeneca Geimpfte und Berufsgruppen mit viel Kontakt zur Booster-Impfung kommen. Alle anderen Personen werden neun bis zwölf Monate nach der Zweitimpfung zur Auffrischung gebeten.

Das Impfservice ist jetzt Teil der Plattform „Mein Wien“, berichtete Hacker. Hier sind auch bloße Beratungstermine zur Impfung buchbar, betonte der Stadtrat. Außerdem sind Gruppenbuchungen und Erinnerungs-SMS möglich, für eine schnellere Abwicklung bei der Impfung erhält man nun ein Terminticket und die Terminbuchung läuft auch über die Stadt-Wien-App. Ein Auffrischungsrechner wurde ebenfalls programmiert. Wien sei „gut vorbereitet auf die dritte Impfung“, sagte Hacker. „Wir hören und spüren auch wie die Nachfrage steigt.“

Ludwig und Hacker berichteten von einer überdurchschnittlichen Steigerung der Durchimpfungsraten in den vergangenen Wochen, vor allem in den Bezirken mit junger Bevölkerungsstruktur, wie Favoriten, Simmering und Brigittenau. „Wir haben mehr als 70.000 Menschen mit verschiedenen niedrigschwelligen Angeboten erreichen können“, sagte Ludwig. Besonders gut seien die Impf-Busse angenommen worden. Im September wurden 28,5 Prozent aller Impfungen in Österreich in Wien verabreicht, bei 21 Prozent Bevölkerungsanteil der Bundeshauptstadt, betonte Hacker. „Dass jetzt niemand über 80 Jahren auf einer Intensivstation in Wien liegt, ist ein schöner Erfolg der Aktivitäten, die wir gesetzt haben“, sagte Ludwig.

Die Sieben-Tage-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen in einer Woche) je 100.000 Einwohner liegt aktuell in Wien unter den nicht und nicht vollständig Geimpften bei einem Wert von 338, bei den vollständig Geimpften bei 46. „Das ist die wesentlichste Aussage zu dieser Impfung, sie wirkt extrem gut“, sagte der Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds, Michael Binder. Von den Spitalspatienten im Bundesland sind 71 Prozent nicht vollständig geimpft, die sich in Normalpflege befinden, über 93 Prozent sind es in Intensivpflege. Das zeige, dass die Impfung schützt – „vor schwerer und schwerster Erkrankung, die auch mit Tod einhergehen kann“, betonte Binder.