Haus Hohenzollern verlangt Herausgabe tausender Kunstwerke

12.07.2019 • 14:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Adelshaus Hohenzollern erhebt einem Medienbericht zufolge Anspruch auf tausende Kunstwerke von teils nationaler Bedeutung aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. Dies gehe aus Unterlagen aus seit Jahren streng geheim laufenden Vergleichsverhandlungen mit der öffentlichen Hand hervor, berichtete der in Berlin erscheinende „Tagesspiegel“ am Freitag.

Hohenzollern-Oberhaupt Georg Friedrich Prinz von Preußen verlangt demnach zudem dauerhaftes unentgeltliches Wohnrecht für die Familie im Potsdamer Schloss Cecilienhof oder zwei anderen Schlossvillen.

Die Hohenzollern zählen zum deutschen Hochadel, das derzeitige Familienoberhaupt ist Ururenkel von Wilhelm II., dem letzten deutschen Kaiser. Dem Bericht zufolge erweiterten die Hohenzollern zuletzt ihre Forderungen an die öffentliche Hand um Teile des früheren Hausarchivs und der Bibliothek der Preußenkönige sowie den Anspruch auf Wohnrecht.

Das Bundeskanzleramt in Form des Stabs von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) habe die Forderung am 13. Juni per Brief abgelehnt. In dem Schreiben heiße es, dass die Vertreter Berlins, Brandenburgs und des Bundes keine geeignete Grundlage für erfolgsversprechende Verhandlungen sehen.

Laut „Tagesspiegel“ wird seit mindestens 2014 über strittige Eigentums- und Besitzverhältnisse verhandelt. Nach Informationen der Zeitung habe das Adelshaus zwischenzeitlich die Leihverträge für Kunstwerke mit öffentlichen Museen gekündigt. Das Adelshaus habe auf Anfrage keine Details genannt, sondern von laufenden Verhandlungen gesprochen. Der Bund habe in dem Brief einen Gütetermin für den 24. Juli angesetzt, um zu beraten, ob es noch einen Lösungsweg gibt.