Hilfsauktion im Dorotheum zur Unterstützung der Ukraine

Ticker / 22.06.2022 • 10:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hilfsauktion im Dorotheum zur Unterstützung der Ukraine

Mit einer Online-Charity-Auktion des Wiener Dorotheums am 30. Juni wollen Künstlerinnen und Künstler aus der Ukraine den Ankauf humanitärer Hilfsgüter für ihre Heimat unterstützen. Zur Versteigerung stehen 88 Gemälde und Fotografien, in denen vielfach auf den laufenden Krieg Bezug genommen wird. Die Ausrufungspreise der Werke, die teils auch bei ukrainischen Protestaktionen in Wien gezeigt wurden oder dort entstanden sind, liegen zwischen 100 und 3.000 Euro.

Die Auktion selbst soll mit einer programmatischen Arbeit in der Manier des abstrakten Expressionismus beginnen, die den Titel “UkraineWien, Bomben des Schmerzes, 66. Tag des Krieges” trägt und die Ende April vor dem Bundeskanzleramt in Wien produziert wurde: Die Künstlerin Chrystyna Chmil (Khrystyna Khmil) hatte damals Demonstrationsteilnehmer eingeladen, Eier sowie Acrylfarben auf eine Leinwand zu werfen und den Schmerz und das Leid der Ukrainer zum Ausdruck bringen. Unverkennbar in Österreich entstanden ist auch eine Fotocollage von Iryna Karpenko, die aktivistische Reenactments der Verbrechen von Butscha in der Wiener Innenstadt dokumentiert hat.

Unter den 88 Werken findet sich aber auch ein klassisches “Stop war”-Plakat von Victoria Sukhanov. Maria Dobrowa hat ihrerseits eine Abstraktion zur Verfügung gestellt, deren Titel “Erschossener Frühling” sichtlich auf eine stalinistische Repressionswelle gegen führende ukrainische Künstler und Literaten in den 1930ern anspielt. Ersteigert werden können zudem digital entstandene Grafiken: Nikita Titow erinnert etwa an den Bombenhagel auf Mariupol oder positioniert die Ukraine als “Schild für Europa”. Karolina Komposch hat ihrerseits am Computer ein Porträt des bekannten Kiewer Aktivisten Roman Ratuschnyj angefertigt, der Anfang Juni im Alter von nur 25 Jahren in der Region Charkiw fiel und am 18. Juni unter großer Anteilnahme in seiner Heimatstadt beerdigt wurde.

Der Erlös der Auktion geht an den Wiener Verein “Zentrum für Ukrainische Initiativen in Kultur, Politik und Wirtschaft”, der ihn zum Ankauf von Lebensmitteln und Medikamenten verwenden will. Der Verein selbst kooperiert in der Ukraine mit dem österreichischen Honorarkonsul in Charkiw, Wsewolod Koschemjako (Vsevolod Kozhemyako), der die in den Regionen Charkiw, Poltowa, Sumy und Tschernihiw tätige Stiftung “Ukraine XXI” betreibt. Drei dieser ukrainischen Regionen wurden durch den russischen Angriffskrieg massiv in Mitleidenschaft gezogen, Teile der Region Charkiw sind zur Zeit heiß umkämpftes Kriegsgebiet.

(S E R V I C E: )