Soldaten wegen Mordes aus Rassismus in Malta vor Gericht

19.05.2019 • 15:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nach ihrer Festnahme stehen zwei Soldaten in Malta wegen tödlicher Schüsse auf einen Einwanderer vor Gericht. Den 21 und 22 Jahre alten Männern werden nach Angaben der „Times of Malta“ am Sonntag rassistisch motivierter Mord an einem 42-Jährigen von der Elfenbeinküste (Cote d’Ivoire) sowie versuchter Mord an zwei weiteren Migranten aus Afrika vorgeworfen.

Damit einhergehend werden sie beschuldigt, Rassenhass verbreitet und mit einer unlizenzierten Waffe in der Öffentlichkeit geschossen zu haben. Das Gericht geht zudem davon aus, dass die Soldaten schon im Februar einen Einwanderer in derselben Gegend nahe dem Ort Hal Far angefahren haben.

Maltesische Medien sprachen von dem ersten rassistisch motivierten Mord auf der Mittelmeerinsel. Die Soldaten erklärten sich am Sonntag vor Gericht nach Medienangaben für nicht schuldig, was den Vorwurf des rassistisch motivierten Mordes betrifft. Sie sollen den Ivorer Anfang April aus einem Auto heraus erschossen haben, als dieser nachts zu Fuß auf dem Heimweg in seine Migrantenunterkunft war. Zwei weitere Migranten wurden durch Schüsse verletzt.

Maltas Regierungschef Joseph Muscat erklärte am Wochenende, interne Ermittlungen seien eingeleitet worden, ob die beiden Einzeltäter seien oder „Teil von etwas Größerem“. In einer Stellungnahme forderten mehrere maltesische Zivilgesellschaftsgruppen, den Fall als „Weckruf“ dazu zu sehen, was passiere, wenn nichts gegen sich festsetzenden Rassismus unternommen werde. „Ich bin wütend auf mich selbst. Ein Mann wurde für den Kick getötet. Er hatte ihnen nichts getan. Wir sind nicht diese Art von Leuten“, sagte Muscat am Samstagabend.

Der kleinste EU-Staat muss sich seit einiger Zeit stärker mit dem Thema Migration auseinandersetzen. Seit dem Amtsantritt der populistischen Regierung in Italien sind die dortigen Häfen für Schiffe mit Migranten weitestgehend geschlossen. Daher kamen zuletzt auch wieder auf Malta mehr Migranten an.