Luxusleben auf Teneriffa: Staatsanwaltschaft Feldkirch klagt mutmaßliche Millionenbetrügerin an

12.03.2019 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte prahlte unter anderem mit einer Wohnung im mondänen Teneriffa.
Die Angeklagte prahlte unter anderem mit einer Wohnung im mondänen Teneriffa.

49-jährige Deutsche soll mit ihrem Charme zahlreichen Männern insgesamt 1,9 Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben.

Feldkirch Es wird ein langes Verfahren, Beginn ist am 8. April, sein Ende voraussichtlich am 15. April. Richterin Sonja Nachbaur muss sich mit einer Betrugsserie auseinandersetzen, deren Schaden die Staatsanwaltschaft mit rund 1,9 Millionen Euro beziffert. Dazu kommen knapp 40.000 Euro Schaden aus Veruntreuungen. Im Zentrum steht eine 49-jährige Deutsche, die in ihrer Heimat bereits drei Vorstrafen wegen Betruges hat. Mit auf der Anklagebank: ihr 63-jähriger Geschäftsfreund. Rechtsanwalt Edgar Veith verteidigt den Zweitangeklagten und sagt: „Mein Mandant wurde in diesen Monsterprozess getrieben“. Die Hauptangeklagte selbst war bislang nicht geständig und wartet in U-Haft auf ihren Prozess.

Mehr Schein als Sein

Laut Anklage gab die 49-Jährige vor, eine liquide Geschäftsfrau zu sein. Mit einer Firma in Marbella, einer Wohnung in Teneriffa, internationales Agieren und mit besten Kontakten. Markenmode, noble Fahrzeuge wie beispielsweise ein schicker Audi R8 und ihr selbstsicheres Auftreten hätten das Ganze unterstrichen. Ihre Immobilien, ein angeblich dickes Bankkonto und eine Nobelautovermietung sollten laut Anklage über die tatsächlich triste finanzielle Situation der Dame hinwegtäuschen.

” Mein Mandant wurde in diesen Monsterprozess getrieben.”

Edgar Veith, Rechtsanwalt

„Einige der Männer, die ihrem Charme erlagen und auf das große Geld hofften, glauben immer noch, es stecke keine Betrugsabsicht dahinter“, heißt es. Im Glauben erfolgreicher Geschäftsanbahnungen verlieh man der Frau großzügig Geld. Als die Dame allerdings einen bestuhlbaren Pool mit integriertem Whirlpool bestellte, zögerte man schließlich und hielt die Leistung im Wert von 600.000 Euro vorerst zurück.

Gefälschter Kontoauszug

„Um ihre Opfer bei Laune zu halten, ließ die Angeklagte einen Kontoauszug der Rothschildbank fälschen“, führt der öffentliche Ankläger aus. Das Konto der auf Anlageberatung und Vermögensverwaltung spezialisierten Privatbank wies laut Fälschung 58 Millionen Euro auf. Für die Staatsanwaltschaft ist die Sache relativ klar. Für sie liegt neben zahlreichen weiteren angeklagten Delikten ein klarer gewerbsmäßiger schwerer Betrug vor, begangen in den Jahren 2017 und 2018. Man wird sehen, was am Ende dieses Prozesses zu einem Schuld- und was zu einem Freispruch führt.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.