Kroatien warf Japan erst im Elfmeterschießen hinaus

05.12.2022 • 19:37 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">GEPA pictures/ Pro Shots/ Marcel van Dorst</span>
GEPA pictures/ Pro Shots/ Marcel van Dorst

Vizeweltmeister Kroatien steht im Viertelfinale der Fußball-WM in Katar. Luka Modric und Co. wären am Montag allerdings fast über Favoritenschreck Japan gestolpert, arbeiteten sich von einem 0:1-Pausenrückstand noch zu einem 3:1-(1:1,1:1,0:1)-Sieg im Elfmeterschießen.

Viertelfinalgegner am Freitag ist möglicherweise Turnierfavorit Brasilien, der später am Montag (20.00 Uhr) auf Südkorea traf.

Daizen Maeda (43.) hatte Japan vor 42.523 Zuschauern im Al Janoub Stadium von Al Wakrah nicht unverdient in Führung geschossen, Ivan Perisic (55.) ausgeglichen. Zum Matchwinner in einer an Chancen nicht reichen Partie wurde schließlich Kroatiens Tormann Dominik Livakovic mit drei parierten Versuchen im Elferschießen. Zuvor war das bei einer WM nur dem Portugiesen Ricardo 2006 gegen England sowie seinem kroatischen Landsmann Danijel Subasic vor vier Jahren gegen Dänemark gelungen.

Es ist also ein gutes Omen für die Kroaten, die schon bei der WM 2018 sowohl im Achtelfinale gegen Dänemark als auch im Viertelfinale gegen Russland im Elfmeterschießen triumphiert hatten. Japan hatte in einer offenen Partie die große Chance, nach den Siegen über Spanien und Deutschland in der Vorrunde den nächsten Coup zu schaffen, stand schließlich aber auch nach seinem vierten WM-Achtelfinale mit leeren Händen da.

Kroatien musste an diesem Abend hart arbeiten. Japan präsentierte sich auf Augenhöhe und krönte eine erste Druckphase in der 3. Minute mit einem brandgefährlichen Köpfler Shogo Taniguchis vorbei am Tor, hatte aber wenig später Glück, als Goalie Shiuchi Gonda nach einem schweren Rückpassschnitzer von Takehiro Tomiyasu gegen Perisic rettete (8.). Die Grundcharakteristik der Partie lag da bereits offen vor den Fans: Kroatien machte wie erwartet das Spiel, die Japaner, Achtelfinalist mit dem wenigsten Ballbesitz in der Gruppenphase, gaben die aktiven Balljäger.

Das führte zu mehreren schnellen Aktionen des Außenseiters, der sich auch vom Pressing der Kroaten nicht irritieren ließ und vor allem von der rechten Seite einige Male gefährliche Hereingaben anbrachte. Klare Torchance resultierte daraus lange aber keine. In der Defensive agierte Japan meist kompakt und sicher, die Kroaten hatten ihre Mühe. Ein weites Zuspiel auf Bruno Petkovic führte vorerst zur gefährlichsten Aktion, der Dinamo-Zagreb-Akteur vertändelte den Ball aber im Strafraum (26.). Kurz darauf verpasste dann Andrej Kramaric eine Flanke Borna Barisics im Fünfer nur hauchdünn (28.).

Kurz vor der Pause konnten sich die Japaner aber doch noch entscheidend in Szene setzen: Erst noch zielte Daichi Kamada klar neben das Tor (41.) schließlich war es aber soweit: Nach kurz abgespielter Ecke und folgender Flanke klärten die Kroaten den Ball schlecht, Maeda nahm das Geschenk im Fünfer dankend an. Die Antwort lieferte zehn Minuten nach Wiederbeginn Perisic, der Tottenham-Stürmer stellte nach einer Flanke aus zwölf Metern seine Kopfballgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis. Mit seinem 10. Tor bei EM oder WM überholte er Kroatiens bisherigen Rekordhalter Davor Suker (9 Tore).

Die Partie nahm an Fahrt auf. Japan prüfte in Person von Wataru Endo Dominik Livakovic (58.), auf der Gegenseite musste sich Gonda bei einem feinen Weitschuss von Modric ins Kreuzeck schrauben (63.). Je länger das Duell dauerte, desto deutlicher zeichnete sich aber die Verlängerung ab. Die besseren Möglichkeiten verzeichnete da immerhin Kroatien. Perisic schoss aus gut 17 Metern knapp daneben (77.), auch Mario Pasalic brachte seinen Köpfler nicht aufs Ziel (86.).

In der “dritten Halbzeit” war den Teams die Müdigkeit anzusehen, für Kroatiens 37-jährigen Mittelfeldmotor Modric endete der Auftritt nach rund 100 Minuten. Umso überraschender kam der Gewaltlauf von Kaoru Mitoma, dessen Schuss schließlich aber zu zentral auf Livakovic ausfiel (105.). Viel passierte nicht mehr, das Elfmeterschießen war die logische Konsequenz.

Dort sah Salzburgs kroatischer Legionär Luka Sucic von der Bank aus, wie einer seiner Salzburg-Vorgänger, Takumi Minamino, gleich zum Auftakt mit einem schwachen Versuch an Livakovic scheiterte. Der Goalie behielt auch gegen Mitoma die Oberhand und bügelte mit seiner dritten Glanztat Marko Livajas Stangenschuss davor aus. Mario Pasalic behielt im letzten Versuch die Nerven und stellte das 3:1 sicher.

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