In der Neustadt wird gebaggert

OP / 04.05.2022 • 16:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Arbeiten schreiten planmäßig voran. Für die Gastgartensaison legt die Baustelle im Sommer aber eine kurze Pause ein. Mäser
Die Arbeiten schreiten planmäßig voran. Für die Gastgartensaison legt die Baustelle im Sommer aber eine kurze Pause ein. Mäser

Anfang Februar startete die notwendige Sanierung der Kanal-Leitungsinfrastruktur in der Feldkircher Innenstadt.

Feldkirch Das älteste städtische Kanalnetz in Vorarlberg befindet sich in Feldkirch und wurde vor mehr als hundert Jahren größtenteils von Wanderarbeitern aus der heutigen italienischen Provinz Trient gebaut. Nun erfordert der Zustand der Rohre und Leitungen aber einer Sanierung und so erfolgte Anfang diesen Jahres der Startschuss für die Kanalsanierung in der Innenstadt.

Rohre haben ausgedient

Nachdem sich bereits vor über 20 Jahren bei einer Überprüfung des Feldkircher Rohrsystems zeigte, dass die Kanalisation an vielen Stellen beschädigt war, die Betriebssicherheit jedoch gerade noch gegeben war, haben die Rohre nun aber endgültig ausgedient und so wird das Kanal- und Leitungssystem in der Feldkircher Innenstadt auf den neuesten Stand gebracht. Gleichzeitig werden unter anderem Wasser-, Strom- und Erdgasleitungen erneuert sowie Glasfaser- und Nahwärmeleitungen verlegt. Die Bauausführung in der Neustadt wird dabei in drei Etappen erfolgen, sodass Einschränkungen im Geschäfts- und Lokalbetrieb so gering wie möglich gehalten werden. Gestartet wurde im Februar im Bereich Goaszipfel, wobei die Bauarbeiten voraussichtlich von Juni bis August pausieren werden, sodass der Gastgartenbetrieb im Sommer ungestört möglich sein wird. Der Abschluss der Sanierung der gesamten Neustadt ist für Mitte 2023 vorgesehen.

Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Die Arbeiten sind bisher allesamt planmäßig verlaufen. In den letzten Wochen wurde an der Infrastruktur betreffend Gas, Wasser und Nahwärme gearbeitet, wobei die Neuerrichtung der Nahwärmeleitungen eine besondere Herausforderung für die Bauarbeiter darstellt. Da die Rohre bis zu 12 Meter lang sind und vor Ort geschweißt werden, entstehen relativ lange Leitungsgräben, die bis zur Fertigstellung dieser Arbeiten geöffnet bleiben müssen. „Mit dieser Maßnahme wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet und künftig eine nachhaltige Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe ermöglicht“, so Maximilian Behrle aus dem Feldkircher Rathaus. Nach den ursprünglich eher verhaltenen Nachfragen nach nachhaltiger Wärme, sei das Interesse danach in den letzten Monaten allerdings deutlich gestiegen.

Sanierung der gesamten Innenstadt

Nach der ersten Bauetappe rund um den Goaszipfel soll im Herbst die Sanierung der Leitungen vom Rathaus bis zur James-Joyce-Passage erfolgen. Abgeschlossen werden die Arbeiten in der Neustadt mit der dritten Etappe von der James-Joyce-Passage bis zur Marokkanergasse, welche von Februar bis Juni 2023 angesetzt ist. Die Projektkosten werden mit 3,5 bis 4 Millionen Euro beziffert, wobei der Kostenanteil der Stadt Feldkirch und den Stadtwerken bei jeweils zwischen 30 und 40 Prozent liegt. Nach Abschluss der Bauarbeiten in der Neustadt sollen die Leitungen in der gesamten Innenstadt modernisiert werden. Hier rechnet die Stadt Feldkirch, dass die Kanalsanierung in der Innenstadt bis 2030 fertiggestellt wird. MIMA