Neun Ortsteile als Besonderheit

OP / 05.07.2022 • 15:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neun Ortsteile als Besonderheit

Gemeindearchivar Thomas Gamon erzählt spannende Hintergründe zu seinem Heimatdorf.

Ortsteile Mit 110 Quadratkilometern ist die Marktgemeinde Nenzing die flächenmäßig viertgrößte im Land. Der Ort besteht nicht nur aus dem Dorfkern, sondern aus insgesamt neun Parzellen. Thomas Gamon befasst sich als Gemeindearchivar tagtäglich mit der Geschichte und natürlich auch der Entwicklung seines Heimatdorfs über die Jahrhunderte. Schon im ersten Drittel des sechsten Jahrhunderts stand im Bereich der heutigen Pfarrkirche ein Gotteshaus. „Die Bedeutung der Pfarrkirche für den Ortsnamen zeigt sich auch darin, dass früher der Begriff Gemeinde in erster Linie der Pfarrgemeinde galt und daher für ein selbssttändiges Gemeinwesen eine eigene Kirche als Voraussetzung notwendig war“, erklärt Thomas Gamon. Damit verbunden war auch der Friedhof: „Dort, wo deine Toten begraben sind, ist deine Heimat.“

Flüsse als Wachstumsfaktor

Wo Arbeit ist, haben sich auch Menschen niedergelassen. Bis ins 19. Jahrhundert lebte die Bevölkerung von der Landwirtschaft. Mit dem Bau der ersten Industriebetriebe (Spinnerei, Kupferhammerwerk, Stickerei) ergaben sich erste Arbeitsmöglichkeiten im Dorf. Diese Betriebe waren auf Strom und dadurch auch auf Wasser angewiesen und so erklärt sich, dass der Hauptort Nenzing durch die Meng bevölkerungsmäßig wesentlich stärker gewachsen ist, als die Parzellen. Neben den Parzellen Beschling, Latz, Gurtis, Motten, Mariex, Heimat, Rossnis, Halden und Rungeletsch gab es früher noch weitere Ortsteile bzw. Weiler wie Bazul, Beckenhäuser, Fisinal, Tobel, Bühel, Gadon und Winkel, die heute nur mehr in Straßennamen zu finden sind. Eine Besonderheit an Nenzing sind auch die im Ortsgebiet eingeschlossenen, aber zu Frastanz gehörenden Enklaven Gampelün und Bardella. Entstanden sind diese durch größere Grundbesitze von Frastanzern auf Nenzinger Gemeindegebiet. Und schließlich hat Nenzing-Dorf die Postleitzahl 6710, Gurtis aber beispielsweise 6820. „Das geht darauf zurück, dass in Gurtis die Post von Frastanzer Seite zugestellt wurde“, erklärt Thomas Gamon. Und noch eine Besonderheit: Mit dem Nenzinger Himmel sowie der Alpe Gamp haben alle Dorfbewohner wunderschöne Naturparadiese direkt vor der Haustür. EM

„Beschling hatte beispielsweise vor 200 Jahren gleich viele Einwohner wie Nenzing, heute ist es in Nenzing um ein Vielfaches mehr.“

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