Wer wird Bürgermeister(in) von Lech?

Politi_N / 10.12.2021 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer wird Bürgermeister(in) von Lech?
In Lech herrscht in Sachen Bürgermeister-Direktwahl und Kandidaten derzeit vorweihnachtlicher Frieden. VN

Suche nach möglichen Nachfolgern für den zurückgetretenen Lecher Bürgermeister Stefan Jochum läuft zumindest hinter den Kulissen auf Hochtouren.

Lech Den 1322 Lecher Wahlberechtigten steht am 6. Februar 2022 eine Direktwahl des Bürgermeisters ins Haus. Grund dafür bildet der abrupte Abgang von Stefan Jochum vor wenigen Wochen. Jochum hat bekanntlich im Herbst 2020 eine Stichwahl gegen Ludwig Muxel, der über 27 Jahre hinweg die Geschicke der Arlberggemeinde geführt hatte, gewonnen und nach nicht einmal einem Jahr im Amt das Handtuch geworfen. In der Gemeinde haben seit der Gemeindewahl die Liste Lech (8 Sitze) sowie die Gruppierungen Unser Dorf (5 Sitze), Zusammen uf Weg (4 Sitze) und Zukunft wagen mit Brigitte Finner mit einem Sitz das Sagen. Interesse an einer Kandidatur für die Direktwahl hat bislang lediglich Brigitte Finner öffentlich bekundet. Sonst herrscht in der Arlberggemeinde derzeit zumindest kommunalpolitisch vorweihnachtlicher Friede.

Stichtag 12. Jänner rückt näher

Laut Gemeindewahlgesetz muss der oder die Kandidatin für die Bürgermeister-Direktwahl aus den Reihen der aktiven Gemeindevertreter stammen. Bis zum 12. Jänner 2022 bleibt den Fraktionen noch Zeit, Kandidaten zu nennen. Wird bis zu diesem Tag kein Kandidat oder keine Kandidatin genannt, so ist laut Gernot Längle als Landeswahlleiter im Landhaus die Gemeindevertretung für die Wahl eines neuen Bürgermeisters von Lech zuständig. Längle geht nicht davon aus, dass es in Lech so weit kommen wird, dass keine Person gefunden wird und die Kommune in der Folge amtlich verwaltet werden muss. Hinter den Kulissen von Lech zeichnet sich jedoch eine enge Zusammenarbeit zweier Listen ab und diese würden gemeinsam eine satte Zwei-Drittel-Mehrheit der Stimmen in der Gemeinde auf die Waage bringen. Dabei handelt es sich um die Liste Lech und Zusammen uf Weg. Zu dieser Liste zählt auch Vizebürgermeisterin Cornelia Rieser, die seit dem Rückzug von Stefan Jochum interimistisch die Geschäfte der Gemeinde führt.

„Bei mir als Wahlleiterin sind bisher keine Wahlvorschläge eingelangt“, sagt Cornelia Rieser als interimistische Bürgermeisterin von Lech.
„Bei mir als Wahlleiterin sind bisher keine Wahlvorschläge eingelangt“, sagt Cornelia Rieser als interimistische Bürgermeisterin von Lech.

Rieser, die sich im Hinblick auf die Öffnungsschritte nach dem coronabedingten Lockdown erleichtert zeigt, „dass wir wieder Gastgeber sein dürfen“, lässt im VN-Gespräch deutlich durchblicken, dass jetzt auf Schulterschlüsse statt Streit gesetzt wird: „Ich bin davon überzeugt, dass in der jetzigen Situation Zusammenarbeit und stabile Mehrheiten gefragt sind. Dazu gibt es Gespräche. Die Möglichkeit in die Wintersaison starten zu können, hat aber schlagartig unseren Fokus verlagert und wir konzentrieren uns gerade auf die Vorbereitungen dazu.“ Was Kandidaten für die Bürgermeister-Direktwahl betrifft, so ist bei ihr als Wahlleiterin bislang noch kein Wahlvorschlag eingegangen.

Man darf also gespannt sein, ob bis zum 12. Jänner überhaupt ein Kandidat oder eine Kandidatin ihr Antreten bei der Direktwahl einbringen oder ob der oder die neue Gemeindechef(in) durch die Gemeindevertretung gewählt werden wird. Darüber hinaus wird von maßgeblichen Lecher Kommunalpolitikern auch die Möglichkeit geprüft, ob das Arbeitspensum eines Lecher Gemeindeoberhauptes nach entsprechendem Umbau der örtlichen Verwaltung auch als Teilzeit-Bürgermeister zu bewältigen ist.

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