Freies Studium nach freiwilligem Sozialjahr

Politik / 26.10.2012 • 20:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Angelobung anlässlich des Nationalfeiertags: Fischer (r.) und Entacher (l.) sind für die Wehrpflicht, Darabos (2. v. l.) und sind Faymann dagegen.Foto: APA
Angelobung anlässlich des Nationalfeiertags: Fischer (r.) und Entacher (l.) sind für die Wehrpflicht, Darabos (2. v. l.) und sind Faymann dagegen.
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Wehrpflichtdebatte: Ex-Grünen-Politiker bringt neues Modell ins Spiel.

Johannes Huber

Wien. Soll die Wehrpflicht beibehalten oder abgeschafft werden? Ex-Grünen-Landespolitiker Andreas Postner zeigt sich verärgert über die Schlichtheit, in der die parteipolitische Diskussion geführt wird.

Verwunderlich sei das nicht, schließlich sei sie ausschließlich aus strategischem Kalkül ausgelöst worden; wohin es in der Sache gehen soll, habe man sich nicht überlegt.

Der Rankweiler hat über den Sommer ein Reformmodell entwickelt, das sowohl von den rot-grünen also auch von den schwarz-blauen Plänen abweicht; es handelt sich um einen Mix aus Freiwilligkeit und Verpflichtung: Jeder Österreicher und jede Österreicherin soll die Möglichkeit erhalten, ein Jahr lang zu dienen; und zwar im Rahmen einer zivilgesellschaftlichen Praxistätigkeit – etwa im Sozialbereich – oder in einem um Bildungsangebote bereicherten Präsenzdienst. Die Absolvierung eines der beiden Dienste soll Voraussetzung für ein Studium oder eine Meisterprüfung sein; ohne sie soll es also beispielsweise nicht möglich sein, an die Universität zu gehen.

„Doppelte“ Bezahlung

Konkret solle es für die Dienste eine „doppelte“ Bezahlung geben, so Postner: Neben rund 800 Euro pro Monat in bar soll es Bildungsschecks geben. Diese können dann eben für ein Studium, eine Meisterprüfung oder eine spätere berufliche Weiterbildung eingelöst werden.

Nach Ansicht des Vorarlbergers würde sein Modell auf eine Win-win-Situation hinauslaufen. So könnten die Dienstleistungen, die heute vom Zivildienst erbracht werden, ausgebaut werden, und die Berufsorientierung würde verbessert werden.

Die Zivildienstleistungen könnten ausgebaut werden.

Andreas Postner, Ex-Politiker