Steinbrück verteidigt Millionen-Honorare

Politik / 30.10.2012 • 22:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
SPÖ-Kanzlerkandidat Steinbrück: 1,25 Millionen Euro für 89 Vorträge. Foto: DAPD
SPÖ-Kanzlerkandidat Steinbrück: 1,25 Millionen Euro für 89 Vorträge. Foto: DAPD

SPD-Kanzlerkandidat erhielt bis zu 25.000 Euro für eine Rede.

Berlin. Der Kanzlerkandidat der deutschen Sozialdemokraten Peer Steinbrück hat seine Millionen-Honorare für öffentlich Reden verteidigt und seine politische Unabhängigkeit unterstrichen. Insgesamt bekam Steinbrück für 89 Vorträge seit 2009 rund 1,25 Millionen Euro brutto. Es sei ein „absurder Verdacht“, dass er in eine Abhängigkeit hätte geraten können, sagte Steinbrück gestern in Berlin. Mit der Veröffentlichung seiner Nebeneinkünfte wolle er klarmachen, dass ein solcher Verdacht gegenstandslos sei.

Nachlässigkeit eingestanden

Das höchste Honorar erhielt Steinbrück nach einem im Internet veröffentlichten Bericht seines Wirtschaftsprüfers mit 25.000 Euro bei einer Veranstaltung der Stadtwerke Bochum, gefolgt von 20.000 Euro bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall und 18.000 Euro bei der DZ Bank.

Steinbrück wies Vorwürfe zurück, durch seine Vorträge und Reden habe seine Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter gelitten.

Der Kanzlerkandidat gestand ein, zwei Vorträge nicht ordnungsgemäß offengelegt zu haben. Auf die Frage, warum dies geschehen sei, sagte er: „Nachlässigkeit von mir, ich habe es einfach verschwitzt.“ Steinbrück betonte, er habe beide Vorträge Parlamentspräsident Norbert Lammert nachgemeldet.

Merkels Herausforderer

Steinbrück war von 2005 bis 2009 Bundesfinanzminister in der großen Koalition und führte Deutschland an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch die Finanzkrise. Ende September nominierte ihn die sozialdemokratische Führung zum Herausforderer Merkels bei der Bundestagswahl 2013.