Arbeitnehmer retten vorerst Budgetvollzug

Politik / 31.10.2012 • 22:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Margit Schratzenstaller
Margit Schratzenstaller

Wien. (VN-joh) Der Budgetvollzug für die ersten drei Quartale des heurigen Jahres liegt vor. Ergebnis: Die Arbeitnehmer lieferten mit 17 Milliarden Euro um 7,7 Prozent mehr Lohnsteuer ab als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Keine andere nennenswerte Steuer stieg so stark, bei der Körperschaftsteuer gab es sogar ein Minus. Die VN sprachen mit WIFO-Steuerexpertin Margit Schratzenstaller darüber.

Retten die Lohnsteuerzahler das Budget?

Schratzenstaller: Das Lohnsteueraufkommen ist im Budgetvollzug tatsächlich ein Ausreißer. Insgesamt schwächt sich die Dynamik aufgrund der Konjunkturentwicklung ab.

Was erklärt den Ausreißer?

Schratzenstaller: Sowohl der Beschäftigungszuwachs als auch die Zunahme der Lohn- und Gehaltssumme sind stärker als erwartet.

Gibt es einen Spielraum für
eine Steuerreform?

Schratzenstaller: Eine Strukturreform ist möglich, ja sogar notwendig. Österreich hat im internationalen Vergleich eine hohe Einkommensbesteuerung. Eine Entlastung könnte durch eine Ökologisierung, die Streichung von Ausnahmen sowie die Einführung bestimmter Vermögensteuern finanziert werden.