Rückenwind für Obama

Politik / 31.10.2012 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

US-Wahl im Zeichen von „Sandy“: Republikaner lobt Vorgehen des Präsidenten.

Washington. Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA werden die Karten noch einmal neu gemischt. Der Sturm „Sandy“ hat die sorgsam geplanten Kalender der Kandidaten durcheinandergewirbelt: US-Präsident Barack Obama sagte den dritten Tag in Folge auch für gestern alle Auftritte ab, während sich sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney nach zwei Tagen der Zurückhaltung wieder voll in die Kampagne stürzte.

Gouverneur dankt Obama

Obama reiste gestern zum republikanischen Gouverneur Chris Christie, um die Sturmschäden im Bundesstaat New Jersey inspizieren. Bereits am Tag zuvor hatte Christie das Engagement des Präsidenten beim Krisenmanagement gelobt und seinem Parteifreund Romney so einen Rückschlag versetzt. „Ich kann ihm nicht genug dafür danken“, sagte er über die zügige Reaktion Obamas.

Der Kandidat der Republikaner absolvierte gestern Wahlkampfauftritte in Florida, dem größten der umkämpften Swing States. Am Dienstag hatte Romney einen Termin im US-Staat Ohio kurzerhand zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung für die Opfer von „Sandy“ umdeklariert. Offenbar wollte er angesichts der schweren Sturmschäden an der Ostküste nicht als hartherziger Politprofi erscheinen.

In Bedrängnis geriet Romney, als ihn, den Staatskritiker, Journalisten wiederholt nach seiner Meinung zu Hilfsmaßnahmen seitens des Bundesstaates fragten. Er sagte, zunächst sollten die Behörden auf der Ebene der US-Staaten und Gemeinden für den Katastrophenschutz verantwortlich sein. Ob er den bundesstaatlichen Zivilschutz im Falle eines Wahlsiegs abschaffen werde, wollte er jedoch nicht beantworten.

Unterdessen schaltete die Wahlkampfzentrale von Romney Wahlwerbespots in Minnesota und Pennsylvania, eine Unterstützergruppe in Michigan. Obwohl die US-Staaten sicher Obama zugerechnet werden, reagierten die Strategen des Amtsinhabers: Sie schickten Ex-US-Präsident Bill Clinton nach Minnesota und kauften Sendezeit in allen drei Staaten.

Präsident in Ohio klar vorn

Neue Umfragen aus besonders umkämpften Bundesstaaten zeigen Obama leicht im Vorteil. Im möglicherweise wahlentscheidenden Staat Ohio liegt er sogar fünf Punkte vor Romney: 50 Prozent der Befragten gaben dabei an, für Obama stimmen zu wollen, 45 Prozent sprachen sich für Romney aus.

Ich kann Obama für sein Vorgehen nicht genug danken.

Chris Christie, Republikaner