Köpferollen beim britischen Fernsehen

Politik / 12.11.2012 • 22:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

BBC-Krise: Nachrichtenchefs lassen ihre Ämter ruhen.

London. Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal bei der britischen Rundfunkgesellschaft BBC haben Nachrichtenchefin Helen Boaden und ihr Vize Stephen Mitchell bis auf Weiteres ihre Aufgaben auf Kollegen übertragen. Damit lassen sie ihre Ämter vorerst ruhen. Hintergrund ist u.a. die Affäre um einen zurückgezogenen Bericht der Sendung „Newsnight“ über die Missbrauchsvorwürfe gegen den Moderator Jimmy Savile. Boaden und Mitchell wollen sich zurückziehen, bis das Ergebnis einer Untersuchung unter der Leitung des früheren Sky-News-Chefs Nick Pollard vorliegt. Pollard soll prüfen, warum sich die BBC-Vorzeigesendung „Newsnight“ Ende 2011 gegen die Ausstrahlung eines Berichts entschieden hatte, in dem mutmaßliche Opfer sagten, sie seien von Savile sexuell missbraucht worden. Der Moderator war im Oktober 2011 gestorben.

Am Samstagabend hatte bereits BBC-Chef George Entwistle seinen Hut genommen. Anlass war die Ausstrahlung eines „Newsnight“-Berichts, der Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen den konservativen Politiker Alistair McAlpine zur Folge hatte.

„Newsnight“ hatte über Steve M. berichtet, der in den 70er-Jahren in einem Kinderheim in Wales missbraucht worden war. Obwohl der Täter in der Sendung nicht namentlich genannt wurde, kursierte kurz darauf das Gerücht, es handele sich um McAlpine. Am Freitag räumte die BBC einen Fehler ein und entschuldigte sich bei ihm.