Nordkorea provoziert mit Raketenstart

Politik / 12.12.2012 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kim Jong-un will Macht festigen. Kritik aus den USA und Südkorea.

Seoul. Nordkorea schürte gestern mit einem Raketenstart neue Ängste in der gesamten Region. Am Vortag hatte Südkorea noch allen Grund zu glauben, sein Nachbarland werde das umstrittene Vorhaben nicht vor der südkoreanischen Präsidentenwahl am kommenden Mittwoch durchführen. Denn Nordkorea hatte zwei Tage zuvor noch von technischen Fehlern gesprochen und das Startfenster um eine Woche bis zum 29. Dezember ausgeweitet.

Propaganda für das Regime

Als Gründe für den Start sehen Beobachter vor allem die innenpolitische Situation in Nordkorea: Der junge Machthaber Kim Jong-un will seine Stellung weiter festigen. Den erfolgreichen Raketenstart könne das Regime jetzt gezielt als Propagandamittel ausschlachten.

Nach nordkoreanischen Angaben brachte eine Trägerrakete einen Forschungssatelliten in den Orbit. Dass ein Objekt in eine Umlaufbahn ausgesetzt wurde, glauben auch Südkorea und die USA. Die beiden Länder befürchten allerdings, dass hinter dem Raketenstart ein verschleierter Test einer Interkontinentalrakete steckt, die einen atomaren Sprengkopf tragen kann. Ob ihre angedrohten Strafmaßnahmen noch mehr Druck ausüben können, wird bezweifelt. Denn um Sanktionen strikt durchzusetzen, müsste China mitziehen. Das Land demonstrierte gestern aber einmal mehr eine eher milde Haltung gegenüber Nordkorea.