Assad-Lager gibt Hoffnungen auf

Politik / 17.12.2012 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Assad-Gegner befinden sich auf dem Vormarsch. Foto: REUTERS
Assad-Gegner befinden sich auf dem Vormarsch. Foto: REUTERS

Vize-Präsident glaubt nicht mehr an Sieg gegen die syrischen Rebellengruppen.

Damaskus. Einige der Anhänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad könnten Gefallen an dem Vorschlag finden, den Syriens Vize­präsident Faruk al-Sharaa jetzt in einem Interview einer libanesischen Zeitung lanciert hat. Sharaa wirbt für Verhandlungen mit der von Assad verteufelten Exil-Opposition und für die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit.

Auch international scheint Assad Rückhalt zu verlieren. Erst hatte China ganz diskret Kontakte zu seinen Gegnern aufgenommen. Dann streckte auch Russland seine Fühler in Richtung Opposition aus. Und jetzt fallen dem Machthaber auch noch die Iraner mit einem Sechs-Punkte-Plan in den Rücken, der die Freilassung aller politischen Gefangenen vorsieht.

Damit bleibt der Generalsekretär der libanesischen Schiiten-Bewegung Hisbollah, Hassan Nasrallah, der Einzige, der noch nicht die Seite gewechselt hat. In einer Rede erklärte er am Sonntag, das syrische Volk stehe auf der Seite des Regimes. Den Golfarabern und den westlichen Staaten warf er vor, sie hätten „Al-Kaida den Weg nach Syrien geebnet“.

Dass die einstige Assad-Unterstützerfront jetzt zerbröselt, hat sowohl mit den militärischen Geländegewinnen der Rebellen als auch mit dem wachsenden politischen Erfolg der Opposition zu tun.

Österreicher festgenommen

Unterdessen bestätigte gestern das Außenministerium, dass ein 47-jähriger Österreicher syrischer Abstammung in Syrien von Regierungskräften verhaftet wurde. Jamal Orabi, der mit seiner Ehefrau und sechs Kindern in Wien lebt, war nach Angaben der Hilfsorganisation Humanic Relief mit Medikamenten und Nahrungsmitteln für notleidende Zivilisten in das Bürgerkriegsland gereist.

Das Außenministerium sei mit den syrischen Behörden in Kontakt. Diese bestätigten, Orabi festgenommen zu haben. Über seinen Aufenthaltsort konnten zunächst keine Angaben gemacht werden.

Hilfsgüter zu liefern sei oft schon Grund, als Gegner des Regimes zu gelten, so ein Sprecher von Humanic Relief.