Obama will durchgreifen

Politik / 17.12.2012 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sie starben im Kugelhagel von Newtown: Acht Buben und Mädchen der Grundschule. Foto: Reuters
Sie starben im Kugelhagel von Newtown: Acht Buben und Mädchen der Grundschule. Foto: Reuters

Waffenverbot: US-Präsident kündigt nach Schulmassaker neue Maßnahmen an.

Washington. Nach dem Schulmassaker von Newtown hat US-Präsident Barack Obama sein Land zu neuen Anstrengungen gegen Waffengewalt aufgerufen. Die Zeit zum Handeln sei gekommen, sagte er gestern auf einer bewegenden Trauerfeier für die Opfer in Newtown. „Es gibt keine Ausreden für Untätigkeit.“ Konkrete Schritte nannte er allerdings nicht: „In den kommenden Wochen werde ich meine Macht im Amt zu Bemühungen nutzen, die darauf abzielen, weitere Tragödien wie diese zu verhindern.“ Denn es sei die erste Pflicht der Gesellschaft, ihre Kinder zu schützen, sagte Obama und stellte die Frage, ob die USA als Nation wirklich diese Pflicht erfüllten: „Die Antwort ist nein. Wir tun nicht genug.“

Waffenlobby wehrte sich bisher

Es sei das vierte Mal in seiner Präsidentschaft, dass er nach einem Blutbad zu einer trauernden Gemeinde spreche, so Obama: „Wir können das nicht mehr tolerieren. Diese Tragödien müssen enden.“ Der Präsident räumte ein, dass „kein einziges Gesetz oder Bündel von Gesetzen Böses ausrotten kann. Aber ganz sicher können wir es besser machen als bisher.“ Es gebe keine andere Wahl. Bislang scheiterten derartige Initiativen allerdings unter anderem immer wieder an der sehr mächtigen US-Waffenlobby. Forderungen nach schärferen Gesetzen wehrte sie stets ab.

270 Millionen Waffen in USA

In den USA sind mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt – Statistiker gehen von 270 Millionen aus (Stand 2007). Mehr als 40 Prozent aller US-Haushalte besaßen im vorigen Jahr eine Schusswaffe.

Die Mutter des Amokläufers war Medienberichten zufolge eine Waffennärrin. Sie soll fünf Waffen besessen haben. Nach Auskunft der Polizei hatte der Todesschütze in der Schule ein Sturmgewehr und zwei Pistolen dabei. Ein weiterer Waffennarr ist Montag in Kalifornien verhaftet worden. Wie die „Los Angeles Times“ berichtete, fand die Polizei im Elternhaus des 24-Jährigen zahlreiche Waffen und Munition. Der Mann habe in Facebook damit gedroht, mehrere Grundschulen anzugreifen.

Wir tun nicht genug, um unsere Kinder zu schützen.

Barack Obama