Die Bildungsteilzeit wird Realität

Politik / 21.03.2013 • 22:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Einhellige Zustimmung im Nationalrat zu Bildungsteilzeit und Fachkräftestipendium.

Wien. Nach der Bildungskarenz kommt nun auch die Bildungsteilzeit. Dieses neue Instrument zur Höherqualifizierung von Arbeitnehmern hat der Nationalrat Donnerstagmittag beschlossen. Gleichzeitig etabliert wurde ein Fachkräftestipendium. Beide Maßnahmen fanden einhellige Zustimmung. Im Gegensatz zur Bildungskarenz ist es bei der neuen Bildungsteilzeit möglich, neben einer Ausbildung weiterzuarbeiten und damit weiterzuverdienen. Die Arbeitszeit muss jedoch um mindestens 25 Prozent und höchstens um 50 Prozent reduziert werden. In Anspruch nehmen kann man die Bildungsteilzeit zwischen vier Monaten und zwei Jahren. Die staatliche Zuwendung (neben dem verbleibenden Lohn) nennt sich Bildungsteilzeitgeld und beträgt beispielsweise bei einer Arbeitszeitreduktion von 19 Wochenstunden knapp 440 Euro im Monat. Voraussetzung für den Bezug der Leistung ist, dass das Arbeitsverhältnis zuvor durchgehend mindestens sechs Monate gedauert hat und die wöchentliche Arbeitszeit während der Bildungsteilzeit zehn Stunden nicht unterschreitet. Eine Einschränkung sieht das Sozialrechtsänderungsgesetz dagegen bei der Bildungskarenz vor. Weiterbildungsgeld erhalten Personen künftig nur noch dann, wenn sie zuvor mehr als geringfügig beschäftigt waren. Zudem sind nunmehr auch für den Besuch universitärer Studien Leistungsnachweise zu erbringen.

Das Fachkräftestipendium

Neu eingeführt wird ein Fachkräftestipendium. Wer arbeitslos ist oder sich beruflich neu orientieren will und nur eine geringe oder mittlere Qualifikation hat, erhält künftig unter bestimmten Auflagen solch ein Stipendium, dessen Höhe sich am Ausgleichszulagenrichtsatz orientiert. Verwendet werden kann es für eine Höherqualifizierung in Mangelberufen oder im Pflegebereich.