Fond soll Zypern vor Staatsbankrott retten

Politik / 21.03.2013 • 22:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nervosität um Zypern steigt nach Ultimatum der EZB.

Nikoasia. Unter massivem Druck der EU hat Zypern am Donnerstag eine Alternative für das gescheiterte Rettungspaket vorgelegt. Die politischen Parteien einigten sich auf die Bildung eines Fonds, mit dem die Insel ihren eigenen Beitrag zu internationalen Beistandskrediten leisten will.

Auf diesen Plan einigten sich die Parteien bei einer Krisensitzung in Nikosia, wie das Büro des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades mitteilte. Zypern muss eine Eigenleistung von 5,8 Milliarden Euro erbringen. Nur dann sind die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) bereit, dem Inselstaat mit zehn Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Der geplante Fonds soll mit Geld aus Rentenkassen und der Kirche sowie anderen Institutionen gebildet werden und zyprische Staatsanleihen ausgeben. Auch die zyprische Zentralbank soll mit ihren Goldreserven dazu beitragen. Damit könnten 4,8 Milliarden Euro zusammenkommen.

Begrenzte Zwangsabgabe

Der Plan sieht zudem eine begrenzte Zwangsabgabe auf Bankeinlagen vor, um die noch fehlende Summe von einer Milliarde Euro zu erreichen. Allerdings sollen nach Medienberichten nur Guthaben über 100.000 Euro belastet werden. Der stellvertretende Vorsitzende der konservativen Demokratischen Gesamtbewegung (Disy), Averof Neofytou, erklärte nach der Krisensitzung, er sei „zurückhaltend optimistisch“, dass es bald eine Lösung geben werde. In Nikosia wurde es am Abend für möglich gehalten, dass es erst spät in der Nacht oder erst am Freitag zu einer Abstimmung kommt.