PKK stützt Friedenspläne

Politik / 22.03.2013 • 23:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nach Öcalan-Verkündung der Waffenruhe: Auch der türkische Premier lenkt ein.

Wien. (VN-ebi) Vor fast 30 Jahren, am 15. August 1984, begann die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ihren bewaffneten Kampf gegen die Unterdrückung der Kurden. Zwei Anschläge im türkischen Südosten erschütterten damals das Land und waren Auftakt für einen Konflikt, der über 40.000 Todesopfer forderte und die türkische Innenpolitik rund drei Jahrzehnte lähmte.

Nachdem der inhaftierte Rebellenchef Abdullah Öcalan jedoch am Donnerstag einen Waffenstillstand verkündete, steuert die Türkei auf eine friedliche Lösung zu. Gestern, bereits einen Tag später, bekennen sich die PKK-Kämpfer öffentlich zum Waffenstillstand. Die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat zitierte Murat Karayilan – den Befehlshaber der Aufständischen, der seit Öcalans Festnahme die PKK leitet –, der ankündigte, die Pläne für den Friedensprozess in die Tat umzusetzen. Einen Zeitplan gibt es laut Karayilan noch nicht.

Erdogan gesprächsbereit

Auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan scheint nun einzulenken. Er werde dafür sorgen, dass abziehende Rebellen nicht von Sicherheitskräften angegriffen würden, sagte er gestern. Erdogan betonte zudem, bisher habe es bei Waffenruhen der PKK schon „unschöne Zwischenfälle“ gegeben, weil abziehende Rebellentrupps von türkischen Sicherheitskräften angegriffen worden seien. Seine Regierung werde nun verhindern, dass sich das wiederhole. Es wird damit gerechnet, dass sich die Kurdenkämpfer in den benachbarten Nordirak zurückziehen, wo die PKK ihr Hauptquartier unterhält. Erdogan sagte, der Rückzug soll bis Ende 2013 abgeschlossen sein.

Die Kurden fordern kulturelle und politische Rechte sowie lokale Autonomie in der Türkei.

Wir werden die Pläne für den Friedensprozess umsetzen.

Murat Karayilan, PKK