5,4 Millionen Nachzahlung für Grasser

Politik / 24.03.2013 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Anwalt Manfred Ainedter sehen einer Anklageerhebung gelassen entgegen. Foto: Reuters
Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Anwalt Manfred Ainedter sehen einer Anklageerhebung gelassen entgegen. Foto: Reuters

Wiener Finanzamt bittet zur Kasse – Ex-Finanzminister bestreitet Steuerhinterziehung.

Wien. Eine Steuernachzahlung von 5,4 Millionen Euro fordert das Wiener Finanzamt von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Grasser habe den Bescheid, der auf Prüfungen der Jahre 2003 bis 2010 basiere, aber mittlerweile angefochten und bestreitet nach wie vor jegliche Steuerhinterziehung.

Für die Finanz sei es erwiesen, dass die Stiftungs- und Briefkastenkonstruktionen

in Liechtenstein und Zypern Grassers Honorare aus seiner Meinl-Tätigkeit den heimischen Besteuerungsgrundlagen entziehen sollten. Zwischen 2007 und 2010 seien bei Grasser allein aus seiner Tätigkeit für Meinl insgesamt 8,949 Millionen Euro geflossen, wovon gegenüber der österreichischen Finanz lediglich 3,375 Millionen Euro deklariert und versteuert wurden. Weiters geht die Finanz davon aus, dass auch jene 500.000 Euro, die Grasser zwischen 2005 und 2006 vorgeblich von seiner Schwiegermutter übernommen und für diese veranlagt hatte, ihm selbst zuzurechnen sind, wie auch die da­raus erzielten Gewinne. Auch dafür soll Grasser nun Einkommensteuer bezahlen.

Grasser nimmt dazu im „profil“ ausführlich Stellung: „Ich habe keine Steuern hinterzogen und wollte das auch nie.“ Die Verantwortung für das Stiftungskonstrukt und für die von der Finanz monierte unvollständige Offenlegung trage ausschließlich sein früherer Steuerberater Peter Haunold von Deloitte. Die Finanz gehe von falschen Voraussetzungen aus, sagte Grassers Anwalt Ainedter. Einer möglichen Klage sehe man gelassen entgegen.