Zyperns Banken faktisch insolvent

Politik / 24.03.2013 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
IHS-Chef Keuschnigg gestern in der „Pressestunde“ zur Zypern-Krise: „Das Geschäftsmodell der Banken in Zypern muss sich ändern.“ Foto: Reuters
IHS-Chef Keuschnigg gestern in der „Pressestunde“ zur Zypern-Krise: „Das Geschäftsmodell der Banken in Zypern muss sich ändern.“ Foto: Reuters

IHS-Keuschnigg: Maßnahmenpaket oder Austritt aus Eurozone.

Salzburg. (VN) „Die Situation ist sehr gefährlich.“ Das sagte der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Christian Keuschnigg, gestern in der „ORF Pressestunde“. „Die zypriotischen Banken sind faktisch insolvent. Nun muss man sie in überlebensfähige und abwicklungsfähige Teile aufspalten.“ Es sei dringend nötig, „Vertrauen mit einer Lösung zu schaffen“, denn das verworfene Antasten von Bankguthaben bis 100.000 Euro sei nicht richtig gewesen, so Keuschnigg. Es brauche ein Maßnahmenpaket, oder es müsse der Austritt aus der Eurozone erfolgen. Der Eurozone gehe es aber besser als noch vor ein, zwei Jahren. Die Eigner von Einlagen über 100.000 Euro hätten „gute Gründe gehabt, ihr Geld in Zypern zu parken“ – weil steuerschonend und mit Bankgeheimnis versehen. Das Geschäftsmodell der Banken in Zypern müsse sich ändern. „Die aggressive bisherige Strategie führte zur Katastrophe jetzt“, so der IHS-Chef und Universitätsprofessor.

Keuschnigg, kann indes dem Vorstoß von Sozialminister Hundstorfer in Richtung 6 Wochen Urlaub nach 25 Dienstjahren wenig abgewinnen. „Letztlich muss sich alles rechnen“, sagte der IHS-Chef in der „ORF Pressestunde“. Eine Verlängerung des Urlaubs verursachte Kosten – man müsse sich das im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit anschauen, sagte Keuschnigg.