Rebellenführer stellt freie Wahlen in Aussicht

Politik / 25.03.2013 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

BAngui. (VN) Nach dem Sturz des Präsidenten in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) durch Rebellen hat sich der Anführer der Seleka-Miliz zum neuen Staatschef erklärt. Michel Djotodia kündigte an, er werde eine Regierung gemäß der Friedensvereinbarung bilden und stellte freie Wahlen innerhalb von drei Jahren in Aussicht. Der bisherige Regierungschef Nicolas Tiangaye solle im Amt bleiben. Lediglich das Kabinett werde etwas umgebildet, sagte ein Sprecher Djotodias. Die Afrikanische Union (AU) setzte unterdessen die Mitgliedschaft der Zentralafrikanischen Republik mit sofortiger Wirkung aus.

Die AU verhängte außerdem Sanktionen gegen sieben Verantwortliche der Seleka, einschließlich Djotodias. Die Sanktionen umfassen Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten der sieben Seleka-Anführer. Im Jänner verständigte sich die Seleka-Miliz, ein loser Verbund von fünf Rebellengruppen, mit Vertretern von Zivilisten und Anhängern des nun geschassten Präsidenten Francois Bozize auf eine gemeinsame Regierung im gabunischen Libreville. Auslöser der aktuellen Unruhen ist der Vorwurf der Seleka-Miliz, die bisher amtierende Regierung habe sich nicht an die Vereinbarung gehalten und die Kämpfer der Miliz nicht in die Armee integriert.

Die Rebellen hatten deswegen am Donnerstag nach mehrwöchiger Pause ihre Kämpfe wieder aufgenommen und am Sonntag die 600.000 Einwohner zählende Hauptstadt Bangui erobert.