Abgabenlast sinkt bei hohem Einkommen

Politik / 26.03.2013 • 23:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

WIEN. (VN) Österreich ist eines von nur drei Industrieländern, in denen Spitzenverdiener eine geringere Abgabenlast zu schultern haben als der Mittelstand. Das hat die OECD in einer Sonderauswertung für ihre jährliche Steuerstudie „Taxing Wages“ ermittelt. Grund dafür sind die Sozialversicherungsbeiträge, die in Österreich nach oben hin gedeckelt sind. Noch nicht berücksichtigt ist aber die seit heuer geltende „Solidarabgabe“ für Topverdiener. Veröffentlicht wird die OECD-Steuerstudie im Mai, erste Ergebnisse hat die Organisation aber vorab bekannt gegeben. Demnach gehört Österreich zu nur drei OECD-Staaten, in denen das Abgabensystem nicht progressiv, sondern degressiv wirkt. Der Unterschied: In einem progressiven System steigt die Abgabenlast mit zunehmendem Einkommen an.

In Österreich sieht das so aus: Wer kinderlos ist und 20.500 Euro brutto jährlich verdient, muss 40 Prozent für Steuern und Sozialversicherung abliefern, bei 40.855 Euro (durchschnittlicher Vollzeitarbeitnehmer in der Privatwirtschaft) werden 48,9 Prozent fällig. Bis rund 60.000 Euro steigt die Abgabenlast auf 52,5 Prozent weiter an. Bis zu diesem Punkt ist das Abgabensystem progressiv, danach gehen die Abgaben aber wieder zurück: Ein Alleinstehender mit rund 102.000 Euro jährlich zahlt mit 49,6 Prozent wieder in etwa so hohe Steuern und Abgaben wie ein Durchschnittsverdiener. Ähnlich degressiv ist der Steuerverlauf nur in Deutschland und Spanien (dort allerdings auf niedrigerem Niveau). Grund für den Rückgang der Abgabenlast bei Spitzenverdienern sind laut OECD die Sozialabgaben.