Beschwerden im Heer sind gesunken

Politik / 27.03.2013 • 23:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

394 Meldungen gingen 2012 bei der Bundesheerkommission ein.

WIEN. (VN) Nach einem Anstieg im Jahr 2011 sind 2012 die Beschwerden beim Bundesheer wieder gesunken. 2011 gab es noch 504 Beschwerden, im Vorjahr waren es nur mehr 394. Das geht aus dem gestern präsentierten Jahresbericht der parlamentarischen Bundesheerkommission hervor. Die meisten Beschwerden (50 Prozent) betrafen die Bereiche Ausbildung und Dienstbetrieb. Für die als Folge der Bundesheer-Volksbefragung angestrebte Attraktivierung des Grundwehrdiensts empfahl der aktuelle Kommissionsvorsitzende Walter Seledec eine Verbesserung der Unterkünfte, denn diese weisen zum Teil noch immer gravierende Mängel auf. Es gebe noch immer 16-Mann-Zimmer mit nur einer Dusche und mangelhaften Sanitäranlagen. Dabei wäre eine gute Unterbringung ein Kernpunkt für die Attraktivierung des Grundwehrdiensts, so Seledec. Der Schlüssel hierfür sei aber das Geld, ohne finanzielle Mittel werde es nicht gehen. Angesichts der angespannten Budgetsituation zeigte sich Seledec allerdings entsprechend pessimistisch, dass eine Reform möglich ist. Wenn etwa kein Geld für Überstunden und Sprit vorhanden sei, werde man keine Nachtübungen und sonstige Spezialausbildungen machen können.

Seledec: „Positive Bilanz“

Auf das Beschwerdeaufkommen habe sich die Diskussion über das Bundesheer nicht ausgewirkt, sagte Seledec. Er sprach insgesamt von einer „positiven Bilanz“ trotz des für das Bundesheer schwierigen Jahres. Es gebe beim Heer zwar Probleme, aber nicht mehr als bei anderen ähnlichen Organisationen. Unter dem Strich bilde das Bundesheer die Bevölkerung ab. Auch die Personenkreise, aus denen die Beschwerden kamen, waren gleichmäßig verteilt: Je ein Viertel der Beschwerdeführer waren Rekruten und Unteroffiziere, je rund 20 Prozent waren Chargen und Offiziere. Rund 80 Prozent der Beschwerden wurden als berechtigt anerkannt.

Die Hälfte der Beschwerden betraf die Bereiche Ausbildung und Dienstbetrieb, 24 Prozent bezogen sich auf Personalangelegenheiten, zwölf Prozent auf Versorgung und Infrastruktur.