Nordkorea wütet weiter

Politik / 27.03.2013 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zwei „F-22 Stealth“-Bomber sind von der Air Force-Base in Guam aufgestiegen. Nordkoreas Drohungen werden immer lauter. Foto: Reuters
Zwei „F-22 Stealth“-Bomber sind von der Air Force-Base in Guam aufgestiegen. Nordkoreas Drohungen werden immer lauter. Foto: Reuters

Weil ein Krieg „jeden Moment“ ausbrechen könne, kappt Nord­korea die letzte Leitung in den Süden.

Pjöngjang. Begleitet von neuen Kriegsdrohungen hat Nordkorea das Kappen der einzigen militärischen Telefonverbindung zu Südkorea angekündigt, die zuletzt noch genutzt wurde. „In der Situation, in der jeden Moment ein Krieg ausbrechen kann, ist die Nord-Süd-Kommunikation nicht mehr nötig“, wurde der Delegationsleiter für die Militärgespräche mit Südkorea von Staatsmedien zitiert. Südkorea sei unterrichtet worden.

Antwort auf Sanktionen

Die Ankündigung kommt nach immer neuen militärischen Drohungen des kommunistischen Landes gegen Südkorea und die USA. Pjöngjang reagiert damit auf die Ausweitung von UN-Sanktionen – nach einem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar – und südkoreanisch-amerikanische Militärübungen. Am Dienstag hatte Nordkoreas Militär mitgeteilt, alle Feldartillerie- und strategischen Raketeneinheiten seien bereit für einen Angriff auf das amerikanische Festland und US-Militärstützpunkte im Pazifik sowie gegen Ziele in Südkorea.

Erneut unterstellte der Militärvertreter am Mittwoch den USA und Südkorea, einen Atomkrieg vorzubereiten. Vor mehr als zwei Wochen hatte Nordkorea bereits den „Heißen Draht“ gekappt, eine Rot-Kreuz-Leitung mit Südkorea an der Grenze. Die sogenannte militärische Leitung an der Westküste, die nun unterbrochen werden soll, ist auch von Bedeutung für den Pendelverkehr. Tag für Tag kommen Hunderte Südkoreaner zum Arbeiten in den gemeinsamen Indus­triekomplex in der nordkorea­nischen Grenzstadt Kaesong. Südkorea gibt jeden Morgen die Anzahl der Ein- und Ausreisenden per Telefon über die Leitung durch. Am Mittwoch seien mehr als 900 Südkoreaner dort ein- und ausgereist, hieß es in Seoul. 2009 hatte Nordkorea die Leitung schon einmal getrennt, ebenfalls aus Protest gegen Militärmanöver in Südkorea.

„Wichtiges“ Treffen

Unterdessen kündigten die nordkoreanischen Medien für die kommenden Tage ein „wichtiges“ Treffen des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei an. Es gehe darum, „über eine wichtige Sache für den siegreichen Fortschritt der koreanischen Revolution zu diskutieren und zu entscheiden“. Beobachter rechnen unter anderem mit Personalentscheidungen in der Führungsriege und politischen Weisungen. Das Treffen soll den Berichten zufolge noch im März stattfinden. Am 1. April soll die Oberste Volksversammlung, das Parlament in Nordkorea, zu seiner Frühjahrssitzung zusammenkommen.