Papst schickt Piusbrüder wieder zurück an den Start

Politik / 27.03.2013 • 22:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Papst Franziskus und sein gut gelaunter Erzbischof Georg Gänswein. Foto: AP
Papst Franziskus und sein gut gelaunter Erzbischof Georg Gänswein. Foto: AP

Franziskus weist Traditionalisten in die Schranken und sorgt für neue Überraschungen.

Rom. (VN-tm) Gemessen am kritischen Rauschen im traditionellen Lager war die Nachricht geradezu minimalistisch. „Vatikan erwartet von Piusbrüdern vorbehaltlose Anerkennung des Konzils“, übertitelte Radio Vatikan den Fünfzeiler. Demnach hat Papst Franziskus der traditio­nalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. durch Kurien­erzbischof Gerhard Ludwig Müller ausrichten lassen, dass nur „eine vorbehaltlose Anerkennung der kirchlichen Lehre“ weitere Gespräche ermögliche. Jeder Papst müsse darauf bestehen, dass dazu alle Konzilien einschließlich dem Zweiten Vatikanischen Konzil gehörten, betonte der Präfekt der Glaubenskongregation: „Wer das nicht anerkennt, ist kein Katholik.“ Wenn also die Piusbruderschaft in die Einheit mit der Kirche zurückkehren ­wolle, sei die Unterzeichnung der von der Glaubenskongregation verfassten dogmatischen Präambel eine Vorbedingung.

Benedikt XVI. hatte bereits 2009 die Hand ausgestreckt und die Exkommunikation gegen vier Bischöfe der Piusbrüder aufgehoben – einer von ihnen war der britische Holocaustleugner Richard Williamson. Die Causa Williamson gilt als eine der größten Pannen in der Amtszeit Benedikts.

Frühstück mit dem Papst

Die rund 50 Prälaten indessen, die dauerhaft im vatikanischen Gästehaus „Casa Santa Marta“ wohnen, werden sich daran gewöhnen müssen, dass der Papst zum Frühstück nebenan Platz nimmt. Franziskus hat Mittwoch früh kundgetan, dass er vorerst im Gästehaus wohnen bleibt. Das weitläufige Appartement seines Vorgängers im Apostolischen Palast ist zwar renoviert worden. Aber der „Neue“ an der Spitze der katholischen Kirche geht nur zum Arbeiten rüber in die Bibliothek. Er bleibt in der Drei-Zimmer-Suite 201, weil er mit anderen zusammen wohnen will, so das Presseamt.