Wohnen als größte Belastung

Politik / 27.03.2013 • 23:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wohnkosten, die Kosten für Lebensmittel und die Energiekosten machen Frauen zu schaffen. Foto: vn/hofmeister
Wohnkosten, die Kosten für Lebensmittel und die Energiekosten machen Frauen zu schaffen. Foto: vn/hofmeister

Frauenministerium veröffentlichte fünftes Frauenbarometer – ein Viertel aller Befragten fühlt sich überlastet.

WIEN. (VN) Gerade rechtzeitig zur Debatte über die Mietpreise hat Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) Details zur Wohnsituation der Österreicher geliefert. Demnach belastet dieser Bereich die Brieftaschen der Österreicher am stärksten, lautet das Ergebnis des „Frauenbarometers“, das am Mittwoch bei einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Dementsprechend wünschte sich die Ministerin, die Zweckbindung der Wohnbauförderung noch vor dem Sommer im Parlament zu beschließen.

Zum mittlerweile fünften Mal präsentierte Heinisch-Hosek die Ergebnisse des Frauenbarometers. 1000 Österreicher und Österreicherinnen wurden diesmal Mitte Februar zu ihren Lebensverhältnissen befragt – diesmal zum Bereich „Anforderungen und Belastungen“. Das Ergebnis: Knapp ein Viertel (24 Prozent) fühlt sich überlastet, davon am stärksten Frauen unter 30 Jahren. Mehr als die Hälfte der Befragten meinte, die Belastungen wären in letzter Zeit mehr geworden.

Sehr belastend für ein Drittel

Größte Sorge ist laut „Frauenbarometer“ der Bereich Wohnen: 38 Prozent empfinden die anfallenden Kosten als „sehr“, weitere 35 Prozent als „eher belastend“. Für 84 Prozent würden dementsprechend niedrigere Wohnkosten sehr oder eher zu ihrer persönlichen Entlastung beitragen. Heinisch-Hosek wartete noch mit weiteren Vorschlägen auf. So könne man 30 Prozent der Wohnbauförderung für Startwohnungen reservieren, befristete Wohnungen sollten zudem schneller in unbefristete umgewandelt werden. Und für Maklerprovisionen sollten nicht Mieter, sondern Vermieter aufkommen.

Mit Einkommen auskommen

An zweiter Stelle der Belastungen stehen die Ausgaben für Lebensmittel, gefolgt von Energiekosten, jenen für Verkehr und schließlich Kinderbetreuung. 39 Prozent der Befragten gaben an, einige bis große Schwierigkeiten zu haben, mit ihrem Einkommen auszukommen. „Wenig überraschend“ ist laut Frauenministerium, dass „Personen mit geringem Bildungsniveau und Frauen hierbei die größten Probleme haben“. Während 32 Prozent der Männer unter Geldsorgen leiden, klagen 44 Prozent der weiblichen Befragten über finanzielle Schwierigkeiten.

Einkommenstransparenz

Den Sorgen entsprechend wünscht sich zur Entlastung jeweils die Mehrheit der Österreicher etwa niedrigere Wohnkosten (84 Prozent) und eine Anhebung des Mindestlohns auf 1500 Euro (71 Prozent) als „Gebot der Gerechtigkeit“. „Weniger Druck am Arbeitsplatz“ wünschen sich 74 Prozent. Knapp jeder zweite Österreicher sieht zudem Aufholbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Heinisch-Hosek sieht in den Ergebnissen des „Frauenbarometers“ auch ihre Kampagne „Vollzeit statt Teilzeit“ bestätigt Maßnahmen zur Einkommenstransparenz würde sie zudem gerne durch Sanktionen „nachschärfen“, sollten Berichte nicht gelegt werden.

Auch mit einer positiven Nachricht konnte die Ministerin aufwarten: Die Einstellung „halbe-halbe bei der Hausarbeit“ sei auch in der Männerwelt angekommen, meinte sie. Zumindest stimmten 41 Prozent der männlichen Befragten der Aussage zu, nur eine „wirklich gerechte“ Aufteilung der Hausarbeit würde die Situation der Frauen verbessern. Bei den Frauen selbst waren dies 55 Prozent.

Vier von fünf Österreichern sagen, sie bezahlen zu viel fürs Wohnen.

Gabriele Heinisch-Hosek