Nordkorea provoziert USA

Politik / 29.03.2013 • 22:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kim Jong-un mit der Streitkräfteführung in Nordkorea. Foto: RTS
Kim Jong-un mit der Streitkräfteführung in Nordkorea. Foto: RTS

Raketen gefechtsbereit gemacht: Moskau warnt vor „militärischen Muskelspielen“.

Pjöngjang. Nach der Entsendung von US-Tarnkappenbombern nach Südkorea hat Nordkorea seine Raketeneinheiten in Alarmbereitschaft versetzt. Angesichts „der gegenwärtigen Lage ist die Zeit gekommen, um Rechnungen mit den US-Imperialisten zu begleichen“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA den Staatschef Kim Jong-un. Dieser unterschrieb in der Nacht auf gestern bei einem Treffen mit hochrangigen Militärvertretern den Befehl, die Raketen gefechtsbereit zu machen. Wie lange dieser Zustand beibehalten werden soll, gab KCNA nicht an. Das international nahezu vollständig isolierte und mit umfassenden Sanktionen belegte Land verfügt über sowjetische Scud-Kurzstreckenraketen, die das benachbarte Südkorea erreichen könnten, aber auch über bisher ungetestete Mittelstrecken-Geschosse. Nordkorea hat US-Stützpunkte in Hawaii und Guam als mögliche Ziele benannt. Zehntausende Teilnehmer einer Massenkundgebung in Pjöngjang skandierten gestern Slogans wie „Tod den US-Imperialisten“ oder „Fegt die US-Aggressoren weg“.

USA nehmen Provokation ernst

Am Donnerstag hatten die USA zwei Tarnkappenbomber bei einem gemeinsamen Manöver mit Südkorea zum Einsatz gebracht. Diese flogen dafür aus den USA zur südlichen Halbinsel und zurück. Seit dem Korea-Krieg sind beide Staaten Verbündete. Sie betonen, die gemeinsamen Militärübungen dienten der Verteidigung. Nordkorea hingegen sieht darin eine Provokation. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel betonte gestern erneut, dass die Flüge der Tarnkappenbomber nur als reguläre Übungen und nicht als Affront gegen den Norden gedacht gewesen seien. Er müsse aber auch klarmachen, dass sie die Reaktion Nordkoreas sehr ernst nehmen würden und „dass wir darauf antworten werden“, so der Verteidigungsminister. Nordkoreas Führung kündigte an, die eigenen Raketen sollten bei einer „rücksichtslosen Provokation“ jederzeit abgefeuert werden können.

China, der einzige Verbündete Pjöngjangs, rief in der angeheizten Stimmung zum Dialog auf. Russland warnte unterdessen vor „militärischen Muskelspielen“ auf der koreanischen Halbinsel. Die Lage könne außer Kontrolle geraten, sagte Außenminister Sergej Lawrow gestern.