EU-Pläne machen Atomkraft teurer

Politik / 15.04.2013 • 22:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Katastrophenreaktor Fukushima: Japanische Schätzungen sprechen von einem Schaden von 45 Milliarden Euro. Foto: DAPD
Katastrophenreaktor Fukushima: Japanische Schätzungen sprechen von einem Schaden von 45 Milliarden Euro. Foto: DAPD

Europäische Kommission arbeitet an Haftpflichtversicherung für Kraftwerkbetreiber.

Brüssel, Linz. Die EU überlegt offenbar eine Verteuerung der Atomkraft. Ein Gesetzesvorschlag, der Haftungen und Versicherungen bei Atomunfällen regeln soll, sei in Vorbereitung, teilte man gestern bei der Brüsseler Kommission mit. Die Arbeit an einem entsprechenden „eventuellen legislativen Vorschlag“ werde „mit Nachdruck vorangetrieben“, heißt es auch in einem Schreiben an den oberösterreichischen Grünen-Chef Rudi Anschober.

Mehrere Studien zeigten, dass die europäischen Atomkraftwerke im Unglücksfall klar unterversichert wären. Laut einer oberösterreichischen Expertise haften AKW-Betreiber in Tschechien nur mit 306 Millionen Euro, in Großbritannien mit 157 Millionen. Zum Vergleich: Tschernobyl schlug sich mit 1,37 Billionen Euro zu Buche, Fukushima – laut japanischen Schätzungen – mit 45 Milliarden Euro. Eine Studie im Auftrag der französischen Regierung bezifferte den durch einen möglichen Supergau drohenden Schaden zuletzt wiederum mit immerhin 430 Milliarden Euro.

Auf Anfrage der Austria Presseagentur hieß es gestern in Brüsseler Kommissionskreisen: „Was die Arbeiten an einem Vorschlag der Kommission betreffend die Haftung und Versicherung von Schäden, die durch Unfälle in Nuklearanlagen verursacht werden, betrifft, so werden diese zurzeit auf Expertenebene geprüft. Ein genauer Termin, wann mit dem Abschluss der komplexen Konsultationen und Studien zu rechnen ist, steht derzeit noch nicht fest. Die Kommission beabsichtigt jedoch noch in der zweiten Jahreshälfte 2013 diesbezüglich eine Initiative vorzulegen“, so die offizielle Auskunft.