Kleinbauern verlieren ihr Land

Politik / 16.04.2013 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Gegen Landgrabbing protestieren Aktivisten in Rom: Europa ist von einer schleichenden Landkonzentration betroffen, so eine Studie. Foto: Reuters
Gegen Landgrabbing protestieren Aktivisten in Rom: Europa ist von einer schleichenden Landkonzentration betroffen, so eine Studie. Foto: Reuters

Studie: „Landgrabbing“ auch in Europa ein Problem. Besonders der Osten betroffen.

Wien. (VN-ebi) Drei Prozent der Grundbesitzer kontrollieren laut einer Studie die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen in Europa. Diese „Landeliten“ werden im Rahmen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik aktiv mit öffentlichen Geldern gefördert. Kleinbäuerliche Betriebe hingegen erhalten immer weniger Unterstützung und werden zunehmend verdrängt. Immer mehr Land liegt damit auch in Europa in immer weniger Händen.

Besonders in den neuen EU-Ländern wie Rumänien schreite diese Entwicklung rasant voran, erklärt Brigitte Reisenberger vom österreichischen Netzwerk FIAN. Dies beweist eine heute – anlässlich des internationalen Tages des kleinbäuerlichen Widerstands – erscheinende Studie der Hands-off-the-Land-Allianz und der europäischen kleinbäuerlichen Vertretung Via Campsina. Doch auch in den „alten EU-Staaten“ sei ein schleichender Trend zu erkennen. Kleine Höfe würden nach und nach aufgegeben und von größeren „aufgepachtet“, so Reisenberger.

Intransparente Deals

„In Ländern wie der Ukraine und Serbien reißen große Agrarkonzerne riesige Flächen an sich“, erklärt die FIAN-Sprecherin: „Die Deals finden meist geheim statt, die Profite fließen ins Ausland und die Kleinbauern werden zurückgedrängt.“ Das bedeute, dass die Bevölkerung über mehrere Jahrzehnte hinweg ihr Land verliere. „Natürlich passieren Vertreibungen und Umsiedlungen in Ländern wie Sierra Leone oder Uganda in brutalerer Form, aber der Trend, der dahinter steht, ist derselbe“, sagt Reisenberger.