Bildungsniveau als Maßstab

Politik / 05.08.2013 • 21:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Integrationsbericht schlägt Bildungspflicht bis 18 vor: ÖVP ist dafür, SPÖ will abwarten.

Wien. Sollten ­Jugendliche

am Ende ihrer verpflichtenden Schulkarriere Lesen, Schreiben und Rechnen nicht ausreichend beherrschen, so wäre eine Bildungspflicht bis 18 Jahre anzuraten, lautete einer der Vorschläge im Integrationsbericht. Das Unterrichtsministerium (SPÖ) äußert sich dazu eher abwartend. Zunächst sollten einmal die gerade startenden Schulversuche für eine Reform der ­Polytechnischen Schule (PTS) abgewartet werden, heißt es vonseiten des Ressorts.

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) betonte, er hätte nichts dagegen, eine derartige Maßnahme bereits im nächsten Regierungsprogramm zu verankern. Die Opposition wehrt sich gegen diesen Vorschlag. Für die Grünen ist er „weltfremd und unausgegoren“ und die FPÖ hält die Idee für einen „Sommergag“. Das Team Stronach sprach von einem „pädagogischen Schildbürgerstreich“, BZÖ und NEOS wollen die Einführung einer mittleren Reife als Bildungsabschluss. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl betonte, dass nicht die Jahre zählen, die im Schulsystem verbracht werden, sondern das erreichte Bildungsniveau. Derzeit gibt es eine neunjährige Schulpflicht: Diese endet durch Zeitablauf und ist nicht an bestimmte Bildungserfolge geknüpft. Das Unterrichtsministerium will nun die Ergebnisse der Schulversuche zur reformierten PTS abwarten – die dann nicht nur ein Jahr, sondern bei Bedarf auch zwei Jahre dauern kann – und evaluieren, ob weitere Maßnahmen nötig sein werden.