„Assad knapp verfehlt“

Politik / 08.08.2013 • 21:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Assad (2. v. r.) beim Gebet in der Moschee in Malki: Die syrische Regierung dementiert Berichte über den Anschlag auf den Präsidenten. Foto: AP
Assad (2. v. r.) beim Gebet in der Moschee in Malki: Die syrische Regierung dementiert Berichte über den Anschlag auf den Präsidenten. Foto: AP

Rebellen berichten von Attentat auf syrischen Machthaber. Die Regierung dementiert.

Damaskus. Syriens Präsident Baschar al-Assad ist nach Angaben von Rebellen nur knapp einem gezielten Angriff entkommen. Es war das erste Mal seit Beginn des innersyrischen Konflikts im März 2011, dass von einem direkten Attentat auf den Machthaber die Rede war. Auf dem Weg in das Gotteshaus habe es einen Raketenangriff auf Assads Konvoi gegeben, erklärte gestern die Rebellen-Brigade Tahrir al-Scharm. „Es gab zwei Konvois, einen mit Assad und einen zur Tarnung. Wir haben den richtigen beschossen“, so der Rebellenchef Firas al-Bitar. Die Brigade, die Teil der Freien Syrischen Armee ist, veröffentlichte ein Video, in dem Rauch über dem Stadtviertel Malki aufsteigt. Dort wohnen Assad und seine wichtigsten Getreuen. Auch die Rebellengruppe Liwa al-Islam berichtet, der Konvoi sei mit Raketen beschossen worden. „Assad wurde nicht getroffen, aber nach Informationen, die wir von Quellen im Regime haben, gab es Tote unter seinen Begleitern“, sagte deren Vertreter Islam Allush der Nachrichtenagentur Reuters. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, am Morgen seien Granaten in der Nähe der von Assad besuchten Moschee eingeschlagen. Zu Schäden oder Opfern machte sie keine Angaben. Sollten die Rebellen den Konvoi aber tatsächlich getroffen haben, wären sie so nah wie nie zuvor an den Präsidenten herangekommen.

„Alles ist normal“

Die syrische Staatsführung dementierte umgehend, dass es zu einem Attentat auf Assad gekommen sei. Die Berichte seien „völlig falsch“ und „ein Witz“, sagte Informationsminister Omran al-Sohbi im Staatsfernsehen. Die Angaben seien „verleumderisch und betrügerisch“. Assad sei mit seinem eigenen Auto zur Moschee gefahren. Er habe dort an einem Gebet teilgenommen und alle Anwesenden begrüßt. „Alles ist normal.“ Im Fernsehen war Assad beim Gebet in der Anas-bin-Malik-Moschee zu sehen. Unklar blieb aber, ob die Bilder vor oder nach dem Beschuss entstanden sind. Der Staatspräsident zeigt sich seit Beginn des Bürgerkriegs in seinem Land kaum noch in der Öffentlichkeit. Allerdings hatte er auch im vergangenen Jahr an einer Zeremonie zum Fest Eid al-Fitr am Ende des Ramadan teilgenommen.

Die Berichte über das Attentat sind völlig falsch und ein Witz.

Omran al-Sohbi