Protest zum Fest des Fastenbrechens

Politik / 08.08.2013 • 21:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Islamisten demonstrieren für Mursi. Seine Gegner gegen ausländische Einmischung.

Kairo. Eigentlich ist das islamische Fest des Fastenbrechens ein Freudenfest: Doch in Ägypten haben die politischen Gegner den Beginn der Feiertage für große Protestkundgebungen genutzt. Tausende von Islamisten forderten gestern, den entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi wieder in sein Amt zu setzen. Sowohl seine Anhänger als auch seine Gegner machten zudem Stimmung gegen ausländische Vermittler. Die Europäische Union will ihre Bemühungen um eine Lösung im Konflikt zwischen der Übergangsregierung und den Anhängern Mursis dennoch fortsetzen. Der EU-Sonderbeauftragte Bernardino León habe Ägypten zwar vorübergehend verlassen, so ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel. Nicht nur Léon, sondern auch Ashton sei aber jederzeit zur Rückkehr nach Ägypten bereit. Die EU fordere weiterhin alle Konfliktparteien auf, „die Ruhe zu bewahren und auf jeden Fall Gewalt zu vermeiden“.

Betonwand vor Protestlager

Die Muslimbrüder errichteten unterdessen am Eingang zu ihrem zentralen Protestlager vor der Rabea-al-Adawija-Moschee eine Betonwand. Ägyptische Beobachter rechnen wegen der religiösen Feiertage nicht damit, dass die Polizei vor Montag die Camps räumen wird. Eine Kundgebung der „Tamarud“-Bewegung auf dem Tahrir-Platz stand gestern unter dem Motto „Fest der nationalen Unabhängigkeit gegen ausländische Einmischung“. „Tamarud“ (Rebellion) hatte Ende Juni Millionen von Menschen mobilisiert, um gegen die damals regierenden Muslimbrüder zu demonstrieren. Daraufhin setzte die Armee Mursi am 3. Juli ab.

Seither wurden Dutzende Muslimbrüder festgenommen. Mursi sitzt in Untersuchungshaft. Westliche und arabische Diplomaten hatten vergeblich versucht, einen Kompromiss auszuhandeln.